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Deutsche Bank: Ackermann stemmt sich gegen die Krise

Die Deutsche Bank wird gestärkt aus der Krise hervorgehen. Das Institut braucht keine staatlichen Hilfen und hält am Investmentbanking fest. Dies waren die Kernaussagen von Vorstandschef Josef Ackermann auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag, mit denen er auch gegen den weit verbreiteten Pessimismus in der Wirtschaft ankämpfte.

"Ich habe lieber die Erträge für unsere Kunden, als dass ich noch hohe Gebühren und hohe Zinsen zahle", sagt Josef Ackermann zum Thema Staatshilfe. Foto: Reuters Quelle: Reuters
"Ich habe lieber die Erträge für unsere Kunden, als dass ich noch hohe Gebühren und hohe Zinsen zahle", sagt Josef Ackermann zum Thema Staatshilfe. Foto: Reuters Quelle: Reuters

FRANKFURT. Das Jahr habe für sein Haus "gut begonnen", mit Erträgen von 2,8 Milliarden Euro im Januar habe man deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres gelegen. Ackermann schränkte aber ein, die Branche erlebe "eine Serie von Erdbeben mit ständig wechselnden Epizentren". Trotzdem stimme der Jahresauftakt "bei aller gebotenen Vorsicht zuversichtlich für 2009".

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Weltweit leiden die Banken seit Sommer 2007 unter einer Welle von Abschreibungen auf Wertpapiere. Auslöser war der überhitzte Immobilienmarkt in den USA, wo massenweise Kredite an Gläubiger mit schlechter Bonität vergeben worden waren. Mittlerweile sind fast alle Vermögensklassen betroffen. Als Folge der Krise können die meisten Großbanken ohne staatliche Kapitalspritzen oder Garantien nicht mehr überleben. In Deutschland startete im Oktober 2008 der mit 480 Milliarden Euro für Garantien und Eigenkapitalhilfen ausgestattete Banken-Rettungsfonds Soffin. Seitdem haben zahlreiche Banken um Unterstützung gebeten, darunter auch die Commerzbank.

Ackermann setzte am Donnerstag dagegen weiter auf einen Alleingang aus eigener Kraft und ohne Staatshilfe. "Glücklich sind all jene, die es jetzt anders schaffen", betonte der Schweizer. Die Nachteile staatlicher Rettungsringe lägen in der Beschneidung von Dividenden und Boni und in der Vorgabe, das Geschäftsmodell stärker auf das Inland auszurichten. "Ich habe lieber die Erträge für unsere Kunden, als dass ich noch hohe Gebühren und hohe Zinsen zahle", sagte der Schweizer. Banken, die Staatshilfe bekämen, müssten sich auch wegen des Drucks der Aufsichtsbehörden stark auf inländische Bedürfnisse konzentrieren. "Gut, wenn man den Druck nicht hat und frei entscheiden kann", sagte Ackermann.

Der Analyst Konrad Becker von der Privatbank Merck Finck hielt das Selbstbewusstsein für "durchaus berechtigt". Die Deutsche Bank habe im Katastrophenjahr 2008 eine Kernkapitalquote von 10,1 Prozent erreicht - ein Wert, von dem viele Konkurrenten nur träumen könnten. "Die Deutsche Bank hat das Zeug dazu, 2009 mit einem deutlich positiven Ergebnis abzuschließen", meinte Becker. Allerdings gab es auch skeptische Stimmen. Bei JP Morgan hieß es, im Großen und Ganzen seien die Zahlen schwach. Die Experten von Sal. Oppenheim sagten, nach den vorläufigen Zahlen von Mitte Januar habe es keine Überraschungen gegeben, allerdings seien die "stabilen Geschäftsfelder" offenbar stärker von der Krise betroffen als gedacht. In der Vermögensverwaltung fuhr die Deutsche Bank im vierten Quartal einen Vorsteuerverlust ein, nach einem Gewinn in der Vergleichszeit 2007. Im Privatkundengeschäft fiel das Quartalsergebnis um 80 Prozent niedriger aus. Die Aktie der Deutschen Bank sank nachmittags in einem schwachen Gesamtmarkt um fast sechs Prozent.

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