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Deutsche Bank: Asset Management weckt Interesse vieler Käufer

Die Deutsche Bank drückt aufs Tempo: Große Teile ihrer Vermögensverwaltung stehen zum Verkauf. Unter den Interessenten sind vor allem US-Häuser. Ein Verkaufserlös von bis zu drei Milliarden Euro gilt als wahrscheinlich.

Die Deutsche Bank will große Bereiche ihres Asset Managements verkaufen. Quelle: Reuters
Die Deutsche Bank will große Bereiche ihres Asset Managements verkaufen. Quelle: Reuters

FrankfurtDie Deutsche Bank drückt beim angestrebten Verkauf von großen Teilen ihrer Vermögensverwaltung aufs Tempo. Nach Angaben aus Finanzkreisen verschickte das größte deutsche Geldhaus Mitte vergangener Woche die Informationsunterlagen an mehrere Dutzend potenzielle Bieter. Sie müssen nach Angaben aus dem Kreis der angeschriebenen Interessenten bis Februar ein unverbindliches Angebot abgeben. Ein Verkaufserlös von zwei bis drei Milliarden Euro sei wahrscheinlich, weil der Geschäftsbereich relativ geringe Risiken berge. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte am Wochenende zu den Informationen keine Stellungnahme abgeben.

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Die Deutsche Bank hatte Ende November einen Großteil der kriselnden Vermögensverwaltung auf den Prüfstand gestellt. Verantwortlich für den Bereich und den Verkaufsprozess ist Kevin Parker, der dem erweiterten Führungskreis unterhalb des Vorstands - dem Group Executive Committee - angehört. Gesteuert wird die Neuordnung des Asset Managements (AM) nach Angaben aus Finanzkreisen aus New York heraus, zusammen mit Parker seien auch die US-Manager Eric Heaton, Head of Financial Institutions America sowie William Nook, Head of Asset Management America, involviert.

Das Geschäft splittet sich auf in DB Institutional AM (DB Advisors und DB Insurance Asset Management) mit einem Volumen von 311 Milliarden Euro unter Verwaltung, Rreef Alternative (mit den Geschäftsfeldern Immobilien, Alternative Investments wie Infrastruktur sowie Rohstoffe) mit 57 Milliarden Euro und DWS Americas mit 42 Milliarden Euro. Insgesamt stehen verwaltete Vermögen von gut 400 Milliarden Euro zur Disposition. Die Zahl der Mitarbeiter in den Bereichen wird auf rund 1 500 veranschlagt. Ausgeklammert sind die Geschäfte der Fondsgesellschaft DWS in Europa und Asien, die bei der Deutschen Bank verbleiben.

Blackrock gilt als ein Interessent. Quelle: Reuters
Blackrock gilt als ein Interessent. Quelle: Reuters

Als Kaufinteressenten wurden am Wochenende andere US-Vermögensverwalter wie Blackrock, Depotbanken wie Bank of New York Mellon oder State Street und Finanzinvestoren genannt. „Wir kommentieren keine Marktgerüchte“, hieß es auf Anfrage bei Blackrock und JP Morgan Asset Management.

Die Deutsche Bank mit dem scheidenden Vorstandschef Josef Ackermann an der Spitze will Risikoaktiva in Milliardenhöhe abbauen, um ihre Kapitalausstattung zu verbessern. Allerdings heißt es in Bankkreisen, die Mittel würden nicht dazu verwandt, die Kapitallücke von 3,2 Milliarden Euro zu schließen, die der Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde Eba offengelegt hat. „Diese Lücke schließen wir mit anderen Maßnahmen, die Erlöse aus dem Asset Management kommen on top“, sagte ein Manager des Branchenprimus. Die Deutsche Bank will sich von den Bereichen trennen, weil ihr hier die kritische Größe fehlt.

Es gilt als denkbar, dass Parker als Chef der Sparte bei einem Verkauf der Vermögensteile die Deutsche Bank verlässt. Mit dem Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank könnte er noch einmal einen neuen Karriereweg beschreiten. Nach Einschätzung aus Finanzkreisen werden alle Käufer versuchen, ihn für sich zu halten, damit es nicht zu einem Aderlass unter den Topleuten kommt. Interessenten können sich Parker sowohl als Chairman als auch als Co-CEO vorstellen, gemeinsam mit einem zweiten Manager aus dem Einflussbereich des Käufers.

Es wird erwartet, dass in der zweiten Bieterrunde nicht mehr als zehn Interessenten übrig bleiben. Möglicherweise wird die Deutsche Bank noch einen höheren Preis erzielen können, wenn sie Verwaltungsarbeiten für die Sparten für zwei bis drei Jahre über einen Servicevertrag anbieten kann. Außerdem könnte auch die Veräußerung einzelner Teile den Gesamterlös steigern helfen. „Wenn die Teilsparten einzeln verkauft würden, kann man mit einem breiteren Bieterspektrum und vielleicht auch höheren Preisen rechnen“, meint Kevin Pakenham von der Beratungsfirma Pakenham Partners in London.

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