Banken

_

Deutsche Bank: Bescheiden ist nur das Ergebnis

Maue Zahlen, ordentlicher Bonus: Die Chefetage der Deutschen Bank bekommt eine Gehaltserhöhung, obwohl der Gewinn hinter dem eigenen Anspruch zurückbleibt. Und die Boni könnten weiter steigen.

FrankfurtDie Führungsriege der Deutschen Bank hat im vergangenen Jahr trotz mauer Ergebnisse mehr verdient. Die Gesamtvergütung des Vorstands ist auf 38,5 Millionen Euro gestiegen, wie das Institut am Donnerstag in seinem Geschäftsbericht mitteilte. Im Vorjahr hatten die Vorstände noch 26,3 Millionen verdient. Der Löwenanteil geht an die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die jeweils 7,47 Millionen Euro verdient haben, nach 4,8 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings hatten die beiden Manager den Chefposten erst im Sommer 2012 angetreten.

Anzeige

Mit der Gehaltserhöhung ist das Ende der Fahnenstange offenbar noch nicht erreicht. Zwar zahlte die Bank ihren 100.000 Mitarbeitern im Jahr 2013 insgesamt 3,2 Milliarden Euro und damit etwa so viel wie im Vorjahr. Doch auf der Hauptversammlung am 22. Mai sollen die Aktionäre ihre Erlaubnis geben, die Obergrenze für Boni verdoppeln zu dürfen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet. Bei einer Diskussionsveranstaltung der „Rheinischen Post“ sagte Co-Chef Jürgen Fitschen, dass die Banker-Prämie „im Mai unter Umständen Gegenstand der Diskussion sein“ werde.

Bisher lagen die leistungsabhängigen Sonderzahlungen für Banker zum Teil beim Vier- oder Fünffachen des Grundgehalts. Künftig dürfen die Boni in Europa im Grundsatz nicht höher sein als dieses. Nur wenn die Eigentümer zustimmen, können sie doppelt so hoch ausfallen.

Deutsche-Bank-Doppelspitze Ein Jahr mit Jain und Fitschen

  • Deutsche-Bank-Doppelspitze: Ein Jahr mit Jain und Fitschen
  • Deutsche-Bank-Doppelspitze: Ein Jahr mit Jain und Fitschen
  • Deutsche-Bank-Doppelspitze: Ein Jahr mit Jain und Fitschen
  • Deutsche-Bank-Doppelspitze: Ein Jahr mit Jain und Fitschen

Gehaltssteigerungen, die angesichts des bescheidenen Ergebnisses bemerkenswert sind: Wegen des Vergleichs und mehrerer Wertberichtigungen liege der Nettogewinn 2013 bei 681 Millionen Euro, 401 Millionen Euro niedriger als im Januar mitgeteilt. Außerdem reduzierten sich die Rücklagen der Bank für Rechtsstreitigkeiten auf 1,8 Milliarden Euro.

Wie vielen großen Konkurrenten macht auch der Deutschen Bank die anhaltende Flaute im Investmentbanking zu schaffen - vor allem in ihrer wichtigsten Domäne, dem Anleihehandel. Er lief zu Jahresbeginn eher schleppend. Die Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass die Deutsche Bank hier gerade im Vergleich zu den US-Rivalen an Marktanteil verliert - was ihren eigenen Ambitionen entgegenläuft.

Im Investmentbanking hält die Deutsche Bank an ihrem Sparkurs fest. So soll ein umfangreiches Sparprogramm wie geplant die Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro senken. Die Eigenkapitalrendite, die 2013 bei unter zwei Prozent lag, soll zudem auf zwölf Prozent klettern. „Die verbesserungsbedürftige Reputation und das wenig zufriedenstellende Nachsteuerergebnis der Bank 2013 zeigen, dass noch eine weite Strecke vor uns liegt, bevor Ihre Deutsche Bank die gesellschaftliche und wettbewerbsfähige Stellung erreicht hat, die Sie von ihr erwarten können“, schreibt Aufsichtsratschef Paul Achleitner im Geschäftsbericht an die Aktionäre.

  • 20.03.2014, 13:20 Uhrspedition

    Qualität wollen nur die Mitarbeiter! Wann erhalten Sie endlich den Bonus , den sie verdienen und die Manager zahlen, ersetzen endlich den Schaden, den Sie vorsätzlich verursachen??

  • 20.03.2014, 11:55 UhrOmarius

    Man sollte ihnen für jeden Prozess den die Bank führen muss und muste dementsprechend den Boni kürzen.....

    in Florida und andern teilen der USA, sind die 2 Worte "Deutsche Bank" inzwischen ein schimpfwort geworden.

    Da die Anteilseigner der Bank aber nichts mit D direkt zu tuen haben fühle ich mich dadurch Diskriminiert.

    Wenn man sich dort als D outet wird man direkt schief angeschaut....

  • 20.03.2014, 11:29 Uhrgoldener-storch

    an deren stelle würde ich mich auch den ganzen tag über Michelstaat totlachen.
    Kann man mit denen doch machen was man so für richtig hält.

  • Die aktuellen Top-Themen
Swatch-Chef Nick Hayek: Keine Angst vor Apples Computeruhr

Keine Angst vor Apples Computeruhr

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch reagiert gelassen auf die neue Apple Watch. Swatch-Chef Nick Hayek spricht der Apple-Uhr sogar die Massentauglichkeit ab und sagt: „Unter Steve Jobs hätte es das nicht gegeben.“

Karriere als Steuerberater: Zahlenexperte mit sozialen Kompetenzen

Zahlenexperte mit sozialen Kompetenzen

Ein sauberes finanzielles Verhältnis mit dem Staat – wer das will, wendet sich meist an einen Steuerberater. Dieser muss sich in der Gesetzeslage gut auskennen und ein Gespür für Menschen haben. Keine einfache Aufgabe.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer