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Deutsche-Bank-Chef Jain: Banken-Zerschlagung wäre „enormer Schaden“

Anshu Jain bezieht wieder klar Stellung: Der Co-Chef der Deutschen Bank lehnt die Zerschlagung von Kreditinstituten ab – der deutschen Wirtschaft und der Gesellschaft würde damit ein „enormer Schaden“ zugefügt.

Anshu Jain ist Co-Chef der Deutschen Bank. Quelle: dpa
Anshu Jain ist Co-Chef der Deutschen Bank. Quelle: dpa

KönigsteinDeutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain hat die von einer EU-Expertengruppe vorgeschlagene Zerschlagung von Banken erneut scharf kritisiert. „Die Trennung des Geschäfts mit Privatkunden vom Investmentbanking wäre ein enormer Schaden für die deutsche Volkswirtschaft und Gesellschaft“, sagte er am Montagabend bei einer Veranstaltung der Bank in Königstein im Taunus. „Es würde ein Problem lösen, das es gar nicht gibt, und ein neues schaffen. Das Universalbank-System ist das beste für Deutschland.“

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Sollte zum Beispiel die Deutsche Bank ihr Investmentbanking nicht mehr so günstig wie bisher über das Einlagengeschäft refinanzieren können, würde es die Kosten in diesem Bereich nach oben treiben, erklärte Jain. Dies würde wiederum den Spielraum für die Finanzierung des Wachstums von großen Unternehmen einengen. Auf der anderen Seite hätten die Vermögensverwalter von Banken mit hohen Einlagen das Problem, wie sie das Geld gut anlegen sollen. Dies fördere die Gefahr von Blasen oder leichtfertiger Kreditvergabe.

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Jain hatte sich bereits mehrmals gegen die im vergangenen Oktober vorgestellten Pläne der EU-Expertengruppe um den finnischen Notenbankchef Erkki Liikanen ausgesprochen.

  • 22.01.2013, 17:17 UhrMazi

    "Banken-Zerschlagung wäre „enormer Schaden“"

    Dem muss man einfach zustimmen. Es stellt sich nur die Frage, für wen?

    Für das Investmentbanking auf jeden Fall.

    Weshalb?
    Das Investmentbanking ist eine anspruchsvolle Tätigkeit und nur mit hohem technischen Aufwand und hohen Personalkosten zu bewältigen.

    Im Investmentbanking wird nichts produziert. Meist handeln Investmentbanker untereinander. D.h., dass der Gewinn des einen der Verlust des anderen ist. In der Summe ist es also eine Null, man könnte auch von einer schwarzen oder roten Null reden.

    Zieht man von dieser Null die vorgenannten Kosten ab, ergibt sich zwingend eine mehr oder wenig große Unterdeckung, ein Verlust.

    Deshalb ist es unumgänglich um in Investmentbanking wenigstens eine schwarze Null darzustellen, dass man aus einem anderen Geschäftszweig Gelder in diese Sparte leitet.

    Aus dem Beispiel wird klar, dass durch die "Zerschlagung" der Universalbank das Investmentbanking erst gar nicht mehr überlebensfähig bleibt.

    Wenn Sie es so wollen, dann gilt das für die Versicherer in der aktuellen Zinssituation gleichfalls. Mit der Entscheidung der EZB die Zinsen nahe Null zu setzen und aus diesen Nichteinnahmen auch noch die Verwaltungskosten der Versicherer zahlen zu müssen, kommt es eindeutig zu der Feststellung, dass die Versicherer nicht mehr in der Lage sind, auch nicht mehr nominal, die eingezahlten Gelder für die Altersvorsorge zurückzuzahlen. Dass die Versicherungsleistung unter Berücksichtigung der Inflation auch nicht mehr den Realwert der seinerzeitigen Einzahlungen erbringen, daran hatten wir uns ja schon gewöhnt.

    Anders formuliert: Wenn wir das Investmentbanking aus der Universalbank lösen, dann ist das Investmentbanking tot. Wenn wir schon dabei sind, Geschäftszweige zu schließen, dann schließen wir doch gleich das Lebensversicherungsgeschäft, die Altersvorsorge gleich mit. Es spielt doch sachlich überhaupt keine Rolle, ob wir das schon heute oder erst morgen ohnehin machen.

  • 22.01.2013, 16:35 UhrBrasil

    "Banken-Zerschlagung wäre „enormer Schaden“
    Aber doch nur fuer die Banken und deren Eigner! Es gibt kein Problem fuer 99% der Bevoelkerung, im Gegenteil!
    Wie hoffnungslos Dumm muss jemand sein, um DB Vorstand zu werden?

  • 22.01.2013, 15:48 Uhrmatze

    @ volkswirtschaftlich und traditionell war die "universalbank" ja scho prima. "aber wo dat korrekte personal her nehme"?

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