Weitere 90 Mitarbeiter sollen zur Deutschen Bank und anderen Servicegesellschaften wechseln. Am Ende dürfte Sal. Oppenheim dann noch rund 450 Leute beschäftigten - zuletzt waren es 870, in den Boomzeiten sogar weit über 2000. Damals gehörte allerdings auch noch das Investmentbanking dazu, das längst abgestoßen ist.
Die Deutsche Bank ist derzeit dabei, ihre gesamte Vermögensverwaltung umzukrempeln und den neuen Konzernbereich Asset and Wealth Management aufzubauen. Er deckt aktiv gemanagte Fonds und passive Produkte ab und bedient die gesamte Kundenpalette vom Kleinsparer bis zum Profi-Anleger. Als Teil davon soll sich Sal. Oppenheim künftig als kleine, exklusive Marke auf reiche Privatkunden und ausgewählte institutionelle Investoren fokussieren - aber eben ohne die Infrastruktur einer Vollbank. Die Leine nach Frankfurt ist kurz.
Wo möglich, soll fortan die IT der Deutschen Bank zum Einsatz kommen. Ein Großteil der Publikumsfonds, bei denen Sal. Oppenheim das Portfoliomanagement bislang selbst machte, wird an die erfolgreiche Fondsgesellschaft DWS abgegeben. Bereits zu Monatsbeginn kündigte die Deutsche Bank zudem an, große Familienvermögen künftig aus einer Hand zu verwalten: Die Oppenheim Vermögenstreuhand wurde mit der Wilhelm von Finck Deutsche Family Office verschmolzen - zur Deutschen Oppenheim Family Office AG.
Wieviel Kosten die Deutsche Bank mit den harten Sparmaßnahmen bei Sal. Oppenheim rausholt, wurde zunächst nicht bekannt. Insider sprachen aber von einem bedeutenden Schritt nach vorne. Konzernweit sollen die jährlichen Kosten in der Deutschen Bank bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro sinken.