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Die Italiener regieren in München: Unicredit und HVB: Mailänder Salamitaktik

Wer bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) inzwischen das Sagen hat, ist auch für die Kunden seit einigen Monaten offensichtlich. Zwar darf die Münchener Bank im Filialgeschäft weiter ihren Namen nutzen. Das Logo in den traditionellen bayerischen Nationalfarben Weiß und Blau aber musste sie aufgeben. Inzwischen ist Rot die dominierende Farbe bei der HVB.

Das neue Logo der Hypo-Vereinsbank am Hauptfirmensitz des Unternehmens in München ist nicht mehr blau, sondern rot. Foto: dpa Quelle: dpa
Das neue Logo der Hypo-Vereinsbank am Hauptfirmensitz des Unternehmens in München ist nicht mehr blau, sondern rot. Foto: dpa Quelle: dpa

MÜNCHEN/MAILAND. Neben dem Namenszug prangt das Unicredit-Logo, ein roter Ball mit einer schrägen weißen Eins. Der Bedeutungsverlust der HVB ist nicht nur an solchen Details zu erkennen. Aus dem Dax ist die Bank längst rausgeflogen, bald wird das Unternehmen auch von den Kurszetteln an der Börse verschwinden. „Die wichtigen Entscheidungen werden alle in Mailand getroffen“, sagte ein HVB-Aufsichtsrat. „Profumo ist knallhart.“

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Das bestätigte sich gestern beim jüngsten Strategieschwenk des Unicredit-Chefs: Rund 9 000 Arbeitsplätze in Westeuropa will er abbauen, mehr als 2 000 bei der deutschen Unicredit-Tochter HVB. Im Gegenzug sollen Filialen und neue Jobs in Osteuropa entstehen, verkündete Profumo am Donnerstag. Wo Kapazitäten bei der Münchener HVB gekürzt werden können, sagte er dagegen nicht. Dies sei noch völlig offen, meinte ein HVB-Aufsichtsrat. „Es wird auch gemunkelt, dass Filialen geschlossen werden könnten.“

Die Arbeitnehmer jedenfalls schäumen: „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, sagte HVB-Aufsichtsrat Klaus Grünewald von der Gewerkschaft Verdi dem Handelsblatt. Die Personaldecke der Bank sei jetzt schon dünn, die Arbeitsbelastung der Beschäftigten hoch. „Mit jeder Maßnahme, die man jetzt noch draufsetzt, betreibt man Ertragsabbau.“ Pure Kostenreduzierung sei ein „Akt der Ideenlosigkeit“.

Die Kürzungen kommen für viele HVB-Beschäftigte überraschend. Für ein Mitglied des Aufsichtsrats waren sie dagegen „absehbar“. Schließlich sei in den Fusionsverträgen vereinbart worden, dass die Lage nach Ablauf von drei Jahren überprüft wird. Arbeitnehmervertreter befürchten nun, dass die neue Sparrunde das Geschäft ausbluten lässt. Im Umfeld des Konzerns wird dagegen betont, man wolle sich nur stärker auf die attraktiven Bereiche des Privatkundengeschäfts konzentrieren.

„Klasse statt Masse“ laute die Devise. Das Geschäft mit den einfachen Kunden solle dabei nicht aufgegeben werden, wie auch Unicredit-Vorstand Roberto Nicastro gestern betonte. Wachstum suche die HVB aber in Nischen wie dem Wealth-Management und im Firmenkundengeschäft. Aber auch das sind aus Sicht der Mailänder Zentrale nur Nuancen. Die neuen Abbaupläne zeigen, wo für Unicredit künftig die Musik spielt: in Osteuropa. Hier sind die Margen und die Wachstumsraten höher.

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