
FrankfurtEinige der größten Banken der Euro-Zone wollen sich bei dem zweiten Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank einem Zeitungsbericht zufolge deutlich mehr Kredite beschaffen als noch im Dezember.
Drei Institutschefs, die nicht namentlich genannt werden wollten, sagten der „Financial Times“, sie wollten ihre Teilnahme am 29. Februar verdoppeln oder sogar verdreifachen. Am 22. Dezember hatte die EZB den Banken wegen der Spannungen am Interbankenmarkt fast eine halbe Billion Euro für drei Jahre zur Verfügung gestellt.
Kurz vor Weihnachten haben Europas Banken die größte Geldspritze aller Zeiten erhalten. Sie hat nach Einschätzung von Ökonomen und Bankern das Risiko von Bankenpleiten im kommenden Jahr verringert. Sie werde aber wenig zur Lösung der Euro-Schuldenkrise beitragen, warnten die Experten schon damals. Die Hoffnung, dass die Banken nun einen großen Teil der Mittel gewinnbringend in Staatsanleihen der Krisenländer investierten, werde sich nicht erfüllen.
Bei sechs Deutschen Banken hatte die Europäische Bankenaufsicht Eba im vergangenen Jahr Lücken bei der Kapitalausstattung festgestellt, insgesamt rund 13 Milliarden Euro. Bis Ende Juni haben sie Zeit, das Geld zu beschaffen. Vergangenen Freitag mussten sie der Eba ihre Pläne vorlegen. Das Handelsblatt fasst zusammen, wie die Banken die fehlenden Milliarden auftreiben wollen.
Rund 5,3 Milliarden Euro fehlen der Commerzbank. Konzernchef Martin Blessing legte im Januar seine Pläne auf den Tisch. Er will sogar eine Milliarde Euro mehr beschaffen - aus eigener Kraft. Keine Staatshilfen, vorerst auch kein Geld von der Allianz. Knapp 60 Prozent des Fehlbetrags hat die Commerzbank schon reingeholt durch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro im vierten Quartal 2011. Auf weitere 1,2 Milliarden hofft die Bank in den ersten beiden Quartalen 2012. Die Risikoaktiva seien bereits um 17 Milliarden Euro reduziert worden, was den Kapitalbedarf um weitere 1,6 Milliarden gesenkt habe, sagte Blessing.
Die Deutschen Bank braucht 3,2 Milliarden Euro. Bankchef Josef Ackermann will die Lücke mit einbehaltenen Gewinnen und dem Abbau von Risikopositionen schließen. Beobachter gehen davon aus, dass er die Vorgaben übererfüllen wird. Offiziell hält sich die Bank bis zur Bilanz-Pressekonferenz am 2. Februar bedeckt. Der mögliche Verkauf von großen Teilen des Asset Managements ist in den Berechnungen nicht berücksichtigt, auch nicht die geplante Veräußerung der BHF-Bank.
Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat einen Kapitalisierungsbedarf von 2,5 Milliarden Euro. Rund 1,7 Milliarden Euro hat sie bereits beschafft; der größte Teil stammt vom Land Niedersachsen. Am Freitag berichtete die NordLB, dass sie ihr Kernkapital nochmals um bis zu eine Milliarde Euro stärken wird, um die noch offene Lücke von 820 Millionen Euro zu schließen. Die letzte Milliarde soll durch Wandlung Stiller Einlagen, Beteiligungsverkäufe und die Einbehaltung von Gewinnen hereingeholt werden.
Rund 1,5 Milliarden Euro fehlen der Landesbank. Bereits im Dezember 2011 wurde die Lücke geschlossen. Das Land Hessen hatte zu diesem Zwecke seine Stillen Einlagen über 1,92 Milliarden Euro in hartes Kernkapital gewandelt. Die Eba hatte dies bei ihren Stresstests damals aber noch nicht berücksichtigt. Plan erfüllt.
Die Düsseldorfer sind ein Sonderfall. Zwar hat die Eba eine Kapitallücke von 224 Millionen festgestellt. Dieser Befund ist inzwischen aber völlig wertlos. Mit Zustimmung ihrer Träger und auf Geheiß von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia wird die angeschlagene Landesbank bis zum 30. Juni nicht nachkapitalisiert, sondern aufgelöst.
353 Millionen Euro muss Bankchef Wolfgang Kirsch auftreiben. Er will dies tun, indem er ordentliche Gewinne erwirtschaftet - und diese dann einbehält.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 8. Dezember beschlossen, den Banken statt bisher für ein Jahr nun für drei Jahre Geld in unbegrenzter Menge anzubieten. Analysten hatten geschätzt, dass Europas Finanzinstitute mindestens 300 Milliarden Euro in Anspruch nehmen würden.
Doch als im Dezember das Ergebnis des ersten Dreijahrestenders bekannt wurde, übertraf es alle Erwartungen: 523 Banken haben sich insgesamt 489,2 Milliarden Euro für drei Jahre geliehen. Europas Institute saugen sich wie noch nie mit Zentralbankgeld voll.
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KREDITE DER EZB
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die einen kommentieren und beklagen die tatsachen..
die anderen handeln und nutzen die positiven auswir -
kungen auf die finanzwirtschaft..
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bank- und versicherungstitel sind jetzt erst recht
kaufkandidaten, allen voraus die COMMERZBANK..!!
@schnippschnappschnudi
Wie Sie selber schreiben, wenn es hart auf hart kommt, hat der Staat auf alles Zugriff. "Alles schon mal dagewesen"!
Ergo: absolute Sicherheit gibt es nicht!
Jedenfalls nicht für den "Normalo"
Nach wie vor haben wir einfach zuviele Banken die alle mit am großen Kuchen verdienen wollen. Anstatt dass die EZB direkt das Geld den jeweiligen Staaten zur Verfügung stellt, werden noch gierige Zwischenhändler in Form von unseriösen Banken dazwischen geschaltet. Kein Wunder, dass bei soviel gierigen Händen, immer mehr Geld versickert. Das Ganze ist ja auch ein riesiger Selbstbedienungsladen geworden.
Sicherlich wäre es sinnvoller gewesen, diese Geldspritzen in den realen Markt bzw. Firmen zu investieren, anstatt es den Blutsauger-Banken zu geben, die damit sowieso nur Unsinn anstellen.
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