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Dünnes Kapitalpolster: Die Banken sind noch immer in Gefahr

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) widerspricht der Finanzlobby, fordert Stresstests und pocht auf die Finanzreform. Ihr Jahresbericht offenbart: Das Kapitalposter der Banken ist zu dünn.

Blick auf das Londoner Geschäfts- und Bankenviertel Canary Wharf. Quelle: dpa
Blick auf das Londoner Geschäfts- und Bankenviertel Canary Wharf. Quelle: dpa

BASEL. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat rigorose Stresstests für die europäischen Banken gefordert. „Mehr Transparenz über die wirkliche Lage der Banken hat jetzt überragende Bedeutung“, sagte BIZ-Genelraldirektor Jaime Caruana auf der Jahresversammlung in Basel. Die Schwachstellen im Bankensystem beeinträchtigten weiterhin das Vertrauen der Märkte. Sollten die Testergebnisse Kapitallücken bei den Banken aufdecken, müssten diese schnell geschlossen werden. „Wir hoffen, dass das über die Märkte gelingt, andernfalls müssen die Regierungen einspringen“, sagte der Spanier.

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Dünne Kapitalpolster

Die EU hatte sich kürzlich dazu durchgerungen, zunächst rund 25 europäischen Großbanken einem Stresstest zu unterziehen und die Ergebnissen anschließend öffentlich zu machen. Inzwischen mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die Härteprüfung auf weitere Banken ausgeweitet wird und zum Beispiel auch die deutschen Landesbanken unter die Lupe genommen werden. Offen gelassen hat die EU jedoch die Frage, woher die Finanzhäuser frisches Kapital bekommen, falls ihre Polster zu dünn sind.

Und dass sie zu dünn sind, dafür liefert der BIZ-Jahresbericht viele Belege. Nach den verheerenden Verlusten 2008 habe sich die Bilanzsituation bei vielen großen Instituten der USA und Europas zwar verbessert, doch seien die Bankgewinne nicht nachhaltig, so die BIZ.

So stammten erstens die 2009 erzielten Erträge europäischer und amerikanischer Banken weitgehend aus Erträgen von Handelsgeschäften an den oft stark schwankenden Festzins- und Devisenmärkten. Zurückgegangen ist dagegen das Verhältnis von Krediten zu Einlagen sowie die Ausleihungen an die Privatwirtschaft.

Zweitens haben die kurzfristig sehr günstigen Zinsen, die nahe Null liegen, den Anreiz für die Banken erhöht, langfristige Kreditgeschäfte wieder kurzfristig zu finanzieren. Damit setzten sich die Institute aber der Gefahr aus, dass sich ihre Finanzierungskosten deutlich erhöhen, wenn der kurzfristige Zinssatz wieder ansteigt, heißt es im BIZ-Bericht. In diesem Zusammenhang bemängelt die BIZ auch, dass die Banken ihre Ausleihungen an Unternehmen und den Immobiliensektor drosseln. Gewinne würden vor allem erzielt, indem Mittel in längerfristige Wertpapiere ohne Ausfallrisiko angelegt werden.

Drittens bleibt nach Ansicht der Baseler Notenbanker fraglich, ob bei den Banken wirklich alle krisenbedingten Verluste in den Bilanzen bereits ausgewiesen wurden. So seien „künftige Wertberichtigungen in Europa aufgrund von weniger strengen und weniger zeitnahen Rechnungslegungsanforderungen für Banken schwerer abzuschätzen“. Zudem drohten in Europa wie in den USA weitere Abschreibungen im Gewerbeimmobiliensektor.

  • 29.06.2010, 17:13 UhrAnonymer Benutzer: Garfield

    "Drittens bleibt nach Ansicht der baseler Notenbanker fraglich, ob bei den banken wirklich alle krisenbedingten Verluste in den bilanzen bereits ausgewiesen wurden."

    Die meisten Verluste scheinen noch in bad banks zu stecken und nicht bilanziert zu sein, denn die faulen Kredite der europ. banken betragen laut EU-Kommission sagenhafte 18.200 Mrd. Euro (18,2 bio, Euro):
    ""18,2 billionen Euro faule Werte vergiften europäische banken
    44 Prozent der Vermögens-Werte der europäischen banken sind "faul" oder unverkäuflich - in Summe 18,2 billionen Euro. Dieses systemische Risiko könnte weitere banken-Hilfspakete notwendig machen..."
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/index.do?from=gl.home_Wirtschaft

    Allein die HRE soll faule Kredite von 1 bio. Euro haben!

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