
FRANKFURT. Damit sendete der Verbandsrat – nach der Mitgliederversammlung das wichtigste Gremium des BVR – ein deutliches Signal an die Gegner der Fusion, die vor allem im Eigentümerkreis der WGZ vermutet werden. WGZ-Chef Werner Böhnke und DZ-Chef Wolfgang Kirsch gaben zu Protokoll, sie verhandelten weiterhin „äußerst konstruktiv“.
Seit die DZ Bank für 2008 einen Milliardenverlust bekannt gegeben hatte, wächst bei den 240 von der WGZ-Bank vertretenen Volks- und Raiffeisenbanken das Unbehagen über den Zusammenschluss. Doch nur mit einer breiten Mehrheit unter den Mitgliedern kann die Fusion gelingen. Die Unruhe unter den WGZ-Eignern gipfelte vergangene Woche darin, dass WGZ-Chef Werner Böhnke auf einer Aufsichtsratssitzung der DZ Bank als einziger gegen eine Kapitalerhöhung gestimmt.
Die Eigenkapitalerhöhung der DZ Bank soll zudem umfangreicher ausfallen als bislang bekannt: Das Institut will noch vor seiner Fusion mit der WGZ Bank sein Eigenkapital um 1,3 Mrd. Euro stärken. 800 Mio. Euro davon sollen aus dem Verbund kommen – durch eine 500 Mio. Euro große Nachranganleihe und einen Risikoschirm für Wertpapiere, der 300 Mio. Euro an Kapital erspart. Weitere 500 Mio. Euro will das Institut am Kapitalmarkt aufnehmen, wohl ebenfalls durch eine Nachranganleihe.
Neben der Zentralbankenfusion Ein weiteres Thema des Verbandsrats war die Gebührenordnung der Sicherungseinrichtung des BVR. Diese soll sich künftig noch stärker an den Risiken einer Bank orientieren. Dazu will der Verband unter anderem eine neue Risikokategorie für Banken mit sehr guter Bonität (A++) einführen. Diese sollen eine Ermäßigung von 20 Prozent auf den Grundbeitrag erhalten. Bislang sahen die Statuten der Sicherungseinrichtung als beste Kategorie die Klasse A+ vor, die einen Gebührenabschlag von 10 Prozent haben. Davon würden laut BVR „zahlreiche Institute“ profitieren.