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Eigenkapitalregeln: Deutsche Banken schlagen Alarm

exklusiv Die Spitzenverbände der deutschen Finanzinstitute warnen in einem Brandbrief an Finanzminister Schäuble davor, dass die geplanten Eigenkapitalregeln deutsche Banken benachteiligen könnten. Sollten die Regeln wie geplant umgesetzt werden, sei eine Kreditklemme nicht zu verhindern. Die Kreditinstitute sind mit ihrer Furcht nicht allein.

Auch Bundesbank-Vize Zeitler kritisiert die geplanten Eigenkapitalregeln. Quelle: dpa
Auch Bundesbank-Vize Zeitler kritisiert die geplanten Eigenkapitalregeln. Quelle: dpa

FRANKFURT/ZÜRICH. Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) fürchtet, dass hierzulande übliche Kapitalbestandteile wie stille Einlagen international künftig nicht mehr anerkannt werden sollen. Kritik an den Reformplänen übt auch die Bundesbank. "Es darf nicht sein, dass Institutsgruppen und Geschäftsmodelle, die auch in schwierigen Zeiten sogar einen noch wachsenden Beitrag zur Kreditversorgung leisten, am stärksten betroffen sind", sagte Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler dem Handelsblatt.

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Der ZKA befürchtet konkret, dass es hinsichtlich der Eigenkapitaldefinition zu keiner rechtsformneutralen Lösung kommt. "Wettbewerbsnachteile sind deshalb nicht auszuschließen", heißt es in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt. Inkrafttreten sollen die neuen Eigenkapitalregeln bis Ende 2012.

"Kreditklemme nicht zu verhindern"

Der Hilferuf nach Berlin kommt kurz vor einem wichtigen Treffen des Baseler Ausschusses am kommenden Dienstag. Dann wollen die Finanzwächter aus 27 Ländern die Kapitalanforderungen für Banken deutlich verschärfen. Im Mittelpunkt stehen dabei dickere Kapitalpolster, die Einführung einer Verschuldungsgrenze (Leverage Ratio) und höhere Liquiditätsanforderungen. "Wenn das alles so kommt, ist eine Kreditklemme nicht mehr zu verhindern", warnt Karl-Heinz Boos, Geschäftsführer des Verbandes öffentlicher Banken (VÖB). Das Versprechen der Banken an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die deutsche Wirtschaft mit mehr Krediten zu versorgen, lässt sich dann kaum noch einhalten.

Der Baseler Ausschuss hatte sich im September darauf verständigt, dass nicht nur die Höhe, sondern auch die Qualität des Eigenkapitals der Banken gesteigert werden muss. Demnach soll "hartes Kernkapital" für Aktiengesellschaften auf stimmberechtigtes, gezeichnetes Kapital und offene Rücklagen wie einbehaltene Gewinne beschränkt werden. Hybridkapital wie Wandelanleihen oder stille Einlagen zählen dagegen nicht mehr.

Für andere Rechtsformen sollen ähnlich rigorose Anforderungen entwickelt werden. Mehr als die Hälfte des Kernkapitals - die Rede ist von bis zu 85 Prozent - muss aus harten Bestandteilen bestehen. Inzwischen gibt es Anzeichen, dass zumindest die Geschäftsguthaben der Genossenschaftsbanken und das Dotationskapital der Sparkassen und Landesbanken anerkannt werden könnten. Abgewendet ist die Bedrohung damit aber noch nicht. Das müsse "im weiteren Verhandlungsprozess noch sichergestellt werden", schreibt der ZKA.

  • 07.12.2009, 19:01 UhrAnonymer Benutzer: Poldi

    Durch die neuen Eigenkapitalregeln für die bank (basel ii)
    haben in einer Krise wie dieser alle banken Nachteile.
    bei weniger guten Kreditnehmern müssen die banken jetzt
    mehr Eigenkapital vorhalten, weil das Rating der Kredit-
    nehmer schlechter geworden ist. Und mit weniger Eigenkapital
    sollen die banken nun mehr Kreditausleihungen tätigen.
    Wie soll den das gehen ?

  • 04.12.2009, 13:01 UhrAnonymer Benutzer: Silberkäfer

    Das ZKA warnt: "Es käme zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen."
    Wo, bitte schön, gibt es in der heutigen Wirtschaft keine Verzerrung!!??
    Angefangen über die willkürlich festgesetzten Leitzinsen der Zentralbanken, über Subventionen, hin zu den versteckten Kartellen und Monopolen und letztendlich zu ca. 3000 Lobbyverbände, die Einfluß auf die Politik nehmen, wirkt dies alles wettbewerbsverzerrend!!!
    Auch eine Eigenkapitalerhöhung wird das Problem der banken nicht lösen, denn wenn alle Kunden einer bank ihr Geld abheben würden, wäre jede bank bankrott!!!
    Und warum ist das so?
    Weil durch jede Kreditvergabe die Geldmenge ausgeweitet wird und Schuldgeld erzeugt wird.
    Das funktioniert folgendermaßen:
    Wir nehmen eine Reservehaltung von 10% an.
    Kunde A trägt 10.000€ zur bank A und zahlt es auf sein Sparbuch ein.
    Es entsteht eine Sichteinlage bei der bank.
    Von dieser Sichteinlage bleiben 1.000€ als Reserve bei der bank und 9.000€ können als Kredit vergeben werden.
    Kunde b kommt zur bank A und möchte einen Kredit über 9.000€ für einen Autokauf aufnehmen.
    Er bekommt den Kredit und geht zum Händler A und kauft sich das Auto.
    Händler A geht mit den 9.000€ zur bank A und zahlt diese 9.000€auf sein Konto ein.
    Es entsteht wieder einen Sichteinlage in Höhe von 9.000€.
    Von dieser Sichteinlage bleiben 900€ als Reserve bei der bank und 8.100€ können als Kredit vergeben werden.
    Aus den ursprünglichen 10.000€ sind 19.000€ Anspruch geworden, obwohl nur 10.000€ eingezahlt worden sind.
    Theoretisch können auf die eingezahlten 10.000€ aufsummiert 89.999,99€ an Kredite vergeben werden.
    Dadurch wird die Geldmenge ausgeweitet.

    Aber, auf jeden Kredit müssen Zinsen gezahlt werden, die nicht mit geschöpft werden und die im am Ende einem fehlen werden.
    (Reise-nach-Jerusalem-Spiel) Jeder versucht dem anderen das Geld abzujagen, um die Zinsen zu bezahlen.

    Den banken müßte eigentlich die Kreditvergabe verboten werden, damit das Schneeballsystem endlich ein Ende findet!!

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