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EU mit neuer Methodik: Stresstests für Banken werden strenger

Die kommende Stresstest-Runde für Europas Banken soll strenger werden, nachdem die letzten Belastungsproben als zu lax abgetan wurden. Die neue Methodik liegt in den Händen der Europäischen Bankenaufsicht EBA.

Bankenviertel in London: Die neue Belastungsprobe für die Institute soll härter werden. Quelle: dapd
Bankenviertel in London: Die neue Belastungsprobe für die Institute soll härter werden. Quelle: dapd

Frankfurt/LondonIn Europa laufen die nächsten, strengeren Banken-Stresstests an. Die Bundesbank hat die deutschen Institute für den 11. März zusammengetrommelt, um über Details der neuen Belastungsprobe zu sprechen, wie DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Mittwoch in Frankfurt sagte. „Da werden die Spielregeln definiert.“ Ersten Einblick könnte an diesem Donnerstag bereits die EU-Kommission geben, die die Methodik vorstellen will. Die Federführung liegt bei der neuen Europäischen Bankenaufsicht EBA. Deren Chef Andrea Enria kündigte auf einer Reuters-Finanzkonferenz in London an, die Geldhäuser dieses Mal härter auf Herz und Nieren zu prüfen als vor einem Jahr: „Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und zu einer strengeren und seriöseren Überprüfung kommen.“ Nach dem ersten europaweiten Bankenstresstest im vergangenen Jahr hatte es Kritik gehagelt. Die Methodik wurde von vielen im Nachhinein als zu lax abgetan, denn von den insgesamt getesteten 91 Instituten war nur eine kleine Minderheit durchgefallen. Dazu zählte kein einziges irisches Institut - obwohl Irland nur kurze Zeit später Milliarden in seine Banken stecken musste.

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"Die EBA wird ihre Zähne zeigen wollen“, zeigte sich DZ-Bank-Chef Kirsch nun überzeugt. Er stelle sich deshalb auf einen strengeren Test ein. In welcher Form die Ergebnisse veröffentlicht würden, sei noch offen, betonte er - und schob nach: „Regulatorik sollte im Stillen stattfinden. Wir brauchen Stabilisierung.“ Getestet werden dieselben Banken wie im vergangenen Jahr. Finanzkreisen zufolge müssen sie ihre Antworten bis Mitte April an die nationalen Aufsichtsbehörden schicken, eine Bekanntgabe ist für Ende Juni geplant. Getrennt vom eigentlichen Stresstest untersucht die EBA dieses Mal auch die Liquiditätslage. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden nicht veröffentlicht.

EBA-Chef Enria deutete bereits an, wie der neue Stresstest aussehen könnte: Nach seinen Worten soll vor allem das makroökonomische Szenario erheblich verschärft werden. In den Prüfungen werden die Auswirkungen einer Wirtschaftskrise auf die Bankergebnisse untersucht. Wichtig sei es auch, ein staatliches Fangnetz für Banken aufzuspannen, die bei den Tests durchfallen, sagte Enria. „Wir können nicht einfach Daten von Kapitalengpässen bei Banken veröffentlichen und am nächsten Tag stellt ihnen niemand mehr Kapital zur Verfügung.“

  • 03.03.2011, 09:51 UhrAnonymer Benutzer: Ernst

    Banken sind systemisch, weil die Regierungen sie als Kreditgeber benötigen. Wer sich als Staat immer weiter bedenkenlos verschuldet, wird irgendwann die Beute der Kreditgeber.

  • 02.03.2011, 17:29 UhrAnonymer Benutzer: Thomas

    Das ist doch nichts anderes als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf hohem Niveau ! Das der erste Test nichts taugen würden, war schon lange vor tatsächlicher Durchführung klar. Von daher hat es auch keinen gewundert, dass er nichts gebracht hat außer viele quasi-insolvente Banken als solvent und liquide darzustellen. Das der neue Test viel strenger wird, bleibt zu bezweifeln, da sich an der Situation der Banken nicht viel verbessert hat und man ein reales Bild von deren Situation von höchster Stelle vermeiden will.

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