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Euro-Krise: Ausländer setzen auf „Tresor“ Schweiz

Die bereits totgesagten Banken in der Schweiz befinden sich offenbar auf dem Weg der Besserung. Seitdem die Angst vor der Euro-Krise größer ist als die Furcht vor dem Finanzamt, fließt aus den europäischen Nachbarstaaten wieder mehr Geld in die Schweiz.

In der Euro-Krise fließen Schweizer Banken wieder mehr Gelder zu. Quelle: dpa
In der Euro-Krise fließen Schweizer Banken wieder mehr Gelder zu. Quelle: dpa

ZÜRICH. Davon profitieren auch die Auslandsbanken, also jene Finanztöchter, die ausländische Konzerne in der Alpenrepublik gegründet haben, um vor allem ihren vermögenden Privatkunden ein Stück Schweizer Diskretion und Sicherheit zu verkaufen. "Wir sind wieder gefragt", sagt Joachim Strähle. Zugleich betont der Chef der Privatbank Sarasin, dass es sich bei den neuen Mittelzuflüssen "natürlich" um steuerlich deklarierte Gelder handele. Auch Alexandre Zeller, Chef der HSBC Private Bank, bestätigt die Rückkehr der Auslandskunden.

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Dank der Euro-Krise erlebt der Finanzplatz Schweiz eine Wiederauferstehung. Noch vor wenigen Monaten standen die Banken wegen angeblicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung am internationalen Pranger, jetzt suchen ausländische Anleger Zuflucht im sicheren Hafen der Alpenrepublik. "Der Trend beim Neugeld ist positiv", sagt Alfredo Gysi, Präsident des Verbandes der Auslandsbanken.

Allzu offen will man sich in Zürich und Genf aber nicht über die Trendwende freuen. Fürchten die Banker doch, dass ihnen die europäischen Nachbarn aus den Krisengewinnen einen neuen Steuerstrick drehen. Aber auch in der heiklen Steuerfrage fühlen sich die Schweizer Banker jetzt sicherer. "Spätestens in fünf Jahren werden wir das Problem der Steuerhinterziehung vom Schutz der Privatsphäre getrennt haben", sagt Gysi voraus. Er setzt dabei auf eine Abgeltungsteuer, die bilateral mit den wichtigsten Nachbarn ausgehandelt werden soll.

Eine Gefahr könnte den Schweizer Banken aber von der Ertragsseite drohen. Prophezeien doch Analysten von Barclays Capital einen schmerzlichen Margenschwund in der Vermögensverwaltung, falls die bislang unversteuerten Vermögen im großen Stile deklariert und in die Heimatländer zurückgeholt werden. Die Gewinne im Private Banking könnten dadurch um mindestens 20 Prozent sinken, heißt es in der Studie. Noch stärker als die Großbanken Credit Suisse und UBS ist Julius Bär von den Kapitalverschiebungen betroffen. Bei ihr könne es schlimmstenfalls zu einem Ertragseinbruch von gut 70 Prozent vor Steuern kommen.

Die Verwaltung von unversteuerten Geldern in der Schweiz sei deutlich lukrativer als die legale Betreuung der Kunden vor Ort, schreiben die Analysten. Die Banker bestreiten nicht, dass die Margen in der Schweiz höher liegen. Credit Suisse führt das aber darauf zurück, dass man den Kunden dort eine größere Produktpalette anbieten könne, was zu höheren Gebühreneinnahmen führe. Von einer Offenlegung der unversteuerten Vermögen erhoffen sich die CS-Banker zusätzliche Einnahmen, weil die Bank damit Zugang zum Gesamtvermögen des Kunden erhalte.

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