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Experten fordern: Banken sollen mehr über Risiken offenlegen

Banken sollen nach dem Willen einer hochrangigen Expertenkommission mit einer detaillierten Beschreibung ihrer Risiken das in der Finanzkrise verloren gegangene Vertrauen in die Branche wiederherstellen.

Die Bankenskyline von Frankfurt am Main. Quelle: dapd
Die Bankenskyline von Frankfurt am Main. Quelle: dapd

FrankfurtIn einem am Montag vorgelegten Papier macht das Gremium aus Vertretern von Banken und Investoren weitreichende Vorschläge, wie die Kreditinstitute die Risiken in ihren Büchern anschaulicher machen sollen. "Wenn Banken ihre Vitalfunktion als Kreditgeber der Realwirtschaft wiedererlangen wollen, müssen sie das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen", sagte der frühere Risikochef der Deutschen Bank, Hugo Bänziger, der Nachrichtenagentur Reuters. Er ist einer von drei Vorsitzenden der Enhanced Disclosure Task Force (EDTF).

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Das Gremium präsentierte seinen Bericht am Montag dem Chef des Finanzstabilitätsrats (FSB) bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, dem kanadischen Notenbankchef Mark Carney. Den Vorschlägen zufolge würden mit sieben Prinzipien und 32 konkreten Maßnahmen die "haarigsten Themen an den Finanzmärkten" erfasst, so etwa die Liquiditätsausstattung von Banken, die Vergleichbarkeit ihrer risikogewichteten Bilanzpositionen (RWA) und der Grad der Belastbarkeit ihrer Vermögenswerte. Die Forderungen gehen teils deutlich über die derzeitige Praxis hinaus. Die Banken müssten ihre "Risikokultur" beschreiben, verlangen die Experten.

Bankenlandschaft

"Wir empfehlen, dass Banken sich früh mit entstehenden Risiken befassen und ihre Geschäftsberichte in einem Stil abfassen, der auch von einer breiteren Öffentlichkeit und nicht nur von einigen Spezialisten zu verstehen ist", sagte Bänziger. Neben ihm wurde das Gremium von HSBC -Bilanzchef Russell Picot und von Christian Stracke, einem Manager des US-Vermögensverwalters Pimco, geführt. Alle zwölf Banken, die in der Expertengruppe mitgearbeitet haben, hätten sich zur Umsetzung der Empfehlungen verpflichtet, um neue Standards in der Offenlegung von Risiken zu setzen. Ein Großteil der Vorschläge lasse sich schon im kommenden Jahr umsetzen.

Unter anderem verlangt die Kommission von den Banken, dass sie in ihren Quartalsberichten die Entwicklung der einzelnen Bestandteile ihrer Kapitaldecke detailliert beschreiben sowie ihre Kapitalplanungen und -ziele konsistent offenlegen. Auch müsse den Investoren klargemacht werden, welche Bilanzrisiken sich auf welche Geschäftsteile bezögen, wie stark ausfallgefährdet die Kredite im Bankbuch sind und aus welchen Quellen sich die Bank refinanziert.

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