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Fannie und Freddie: Immobiliengiganten geraten unter Beschuss

Mehr als anderthalb Jahre nach der de facto Verstaatlichung der US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zeichnet sich keine schnelle Lösung für das milliardenschwere Problem ab.

Firmensitz von Fannie Mae: Der Immobilienfinanzierer hat sich in der Krise schwer verzockt. Quelle: dpa
Firmensitz von Fannie Mae: Der Immobilienfinanzierer hat sich in der Krise schwer verzockt. Quelle: dpa

NEW YORK. Politiker beider Parteien stritten gestern nach Beginn der Parlamentsdebatte zur Zukunft der Agenturen vor allem über das künftige Ausmaß staatlicher Subventionen für den Häusermarkt. „Die Wirtschaft und vor allem der Immobilienmarkt ist so abhängig von der staatlichen Unterstützung, dass sich jede Lösung über fünf bis zehn Jahre hinziehen wird“, sagte Howard Glaser, Chef der auf den Häusermarkt spezialisierten Beratungsfirma Glaser Group. „Das Problem ist, das es von Anfang an keine Idee gab, wie man den Ausstieg organisieren kann“, fügte er hinzu.

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Im Spätsommer 2008 mussten die beiden seit Jahrzehnten (s. Kasten) im Auftrag des Staates am Immobilienmarkt tätigen Firmen verstaatlicht werden. Sie hatten die bereits existierende, implizite staatliche Garantie genutzt, um sich zu günstigen Konditionen zu verschulden und mit dem Geld Spekulationen mit zweitklassigen Hypotheken (Subprimekrediten) zu finanzieren.

Die faktische Verstaatlichung war nötig, weil die beiden Agenturen zusammen Hypotheken im Wert von 5,5 Bio. Dollar halten oder garantieren, was rund 80 Prozent des US-Immobilienmarktes entspricht. Gleichzeitig haben sie 1,7 Bio. Dollar an Krediten ausstehen, die Investoren unter anderem aus dem Ausland im Vertrauen auf die implizite Staatsgarantie erwarben. Wäre die Regierung nicht eingesprungen, wäre sowohl der Häusermarkt als auch das Vertrauen der Investoren in die wegen des hohen Haushaltsdefizits vom Kreditmarkt abhängigen US-Regierung zusammengebrochen.

US-Finanzminister Tim Geithner stellte am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Repräsentantenhaus Eckpunkte für Reformen vor. Er machte klar, dass die Regierung die Zwitterstellung der Agenturen beenden, aber an der staatlichen Unterstützung des Häusermarktes festhalten wollen. „Das System hat über Jahrzehnte bemerkenswert gut funktioniert, aber wir werden es nicht wieder so herstellen können, wie es war“, sagte er.

Er beschuldigte die Agenturen auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms, als die Kreditversorgung der Märkte durch den privaten Sektor ausreichend gewesen sei, nur im Interesse ihrer Aktionäre mit den Subprimespekulationen begonnen zu haben. Einen vollständigen Rückzug des Staates aus dem Häusermarkt lehnte er aber ab. „Regierungsunterstützung ist wichtig und sollte Teil eines zukünftigen Immobilienfinanzierungssystems sein, damit Verbraucher Zugang zu günstigen Wohnraum haben“, sagte er. Er setze auf überparteiliche Unterstützung zu einer Lösung, für die alle Beteiligten nun ab dem 15. April Vorschläge einreichen sollen.

  • 24.03.2010, 21:25 UhrAnonymer Benutzer: hardy

    ....wir alle stehen unmittelbar vor einem Erdbeben, einem beben, vor dem es kein Entrinnen gibt. Dazu noch das Feuer, was bei den Verantwortlichen unter dem Stuhl brennt. Es ist nicht zu löschen, da es keine speziellen Löschmittel dafür gibt. Es ist das wiederkehrende bild der Gier, des unverschämten An-spruchs an die Gesellschaft und ihre institutionen.
    Wir werden diese halbgebildeten, korrupten Parasiten nicht mehr los. Es ist kein Schlaf mehr mit geschlossenen Aúgen mehr möglich. Sie kann man nicht mehr aussortieren, wir müssen mit ihnen leben.
    Darum sage ich, schlafe nur noch halbgeöffneten Augen. Geht nicht? Dann beginne sogleich zu üben. Nur so kannst Du Dich retten aus diesem Sumpf des Verbrechens. Gute Nacht.

  • 24.03.2010, 21:13 UhrAnonymer Benutzer: BackermeisterBullerjahn

    Das kriminelle Verhalten deutscher banker ist in meinen Augen, daß sie erlebt haben, wie nach der "Wiedervereinigung" (= Alimentierung einer deaströsen "Volkswirtschaft") von westdeutscher Seite Milliarden für immobilien in den Sand gesetzt wurden und renommierte Firmen (z.b. Kugelfischer oder Ernst) Pleite gingen. Keine 10 Jahre später,glaubten dieselben banker sich die verlorenen Gelder zurückholen zu können, wohl weil die US-banker besser oder doofer wären als sie selber.
    Warum hat bis heute kein Journalist darauf hingewiesen, daß unsere banker diese schlechten Erfahrungen 10 Jahre vorher schon einmal gemacht hatten und nichts daraus gelernt haben?
    Man sagt zwar Dummheit sei nicht strafbar. Sollte nicht Unfähigkeit von gutbezahlten Verantwortungsträgern unter Strafe gestellt werden?

  • 24.03.2010, 21:07 UhrAnonymer Benutzer: Jonas

    billigen Wohnraum ?
    Mit US-Krediten gönnten sich die meisten Leute eher teuren Wohnraum, so teuren, daß sie nie im Leben in der Lage sein werden, ihn abzuarbeiten.

    DAS ist das Problem.
    Die Häuser waren zu teuer.
    Damit haben sicher viele Handwerker gut gelebt,
    insofern war es ein bsschäftigungsprogramm,
    aber die Häuser, die muss den Leuten nun jemand anderes bezahlen.

    Letztlich: Die Gesellschaft, also Leute die sich niemals so verschuldet hätten, die niemals so teure Häuser gekauft hätten, weil sie kläüger waren, besser rechnen konnten.

    Was letzlich heisst: Die Klugen werden die Dummen sein. Oder: Mit der Meute schwimmen ist nie verkehrt, die boxt dich raus.

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