Banken

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Fast-Pleite in der Niederlande: Bundesbank mahnt Fortschritte bei Regulierung an

Ein niederländisches Geldinstitut musste kürzlich vom Staat aufgefangen werden, die Kosten gingen in die Milliarden. Die Bundesbank sieht dies als warnendes Beispiel, die Regulierung voranzutreiben.

Bundesbankvorstand Andreas Dombret: Das Finanzsystem krisenfester machen. Quelle: Reuters
Bundesbankvorstand Andreas Dombret: Das Finanzsystem krisenfester machen. Quelle: Reuters

Bundesbankvorstand Andreas Dombret mahnt Fortschritte bei der Regulierung international stark vernetzter Banken an. Das von den großen Industrie- und Schwellenländern (G20) angestoßene Rahmenwerk für die Sanierung und Abwicklung systemisch relevanter Finanzinstitute müsse vorangetrieben werden, forderte Dombret am Montag in Wien: „Das Beispiel der jüngst verstaatlichten SNS Reaal in den Niederlanden zeigt, wie wichtig es ist, dass wir in diesem Bereich Fortschritte machen.“

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Das angeschlagene Bankhaus SNS Reaal muss vom niederländischen Staat aufgefangen werden. Im Rahmen der Verstaatlichung fließen neben einer Kapitalspritze von 2,2 Milliarden Euro auch Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden Euro und Bürgschaften von fünf Milliarden.

Chronologie der Krise - das Jahr 2012

  • 13. Januar

    Frankreich und Österreich verlieren Top-Bonität bei S&P.

  • 22. Februar

    S&P stuft Griechenland-Rating auf „selektiver Zahlungsausfall“ herab.

  • 9. Juni

    Spanien bittet um Hilfe für angeschlagenen Bankensektor.

  • 14. Juni

    Renditen zehnjähriger spanischer Staatsanleihen liegen über sieben Prozent.

  • 5. Juli

    EZB senkt Leitzins auf Rekordtief von 0,75 Prozent.

  • 26. Juli

    EZB-Präsident Mario Draghi sagt, er werde alles tun, um den Euro zu retten.

  • 6. September

    Draghi kündigt unbegrenzte EZB-Käufe von kurzlaufenden Staatspapieren von Euro-Staaten an.

Laut Dombret ist auch bei der Regulierung des außerbörslichen Derivatehandels noch viel Arbeit zu erledigen. Der ursprüngliche Zeitplan der G20 sei zwar verfehlt worden, die Empfehlungen zur Reform dieser Märkte bis Ende vergangenen Jahres umzusetzen: „Umso wichtiger ist es, an dieser Stelle nicht nachzulassen und die Umsetzung weiterhin entschieden voranzutreiben.“ Verzögerungen im Zeitplan ließen sich zwar nicht immer vermeiden. Sie dürften aber nicht zur Verwässerung der angedachten Reformen führen. „Ansonsten gefährden wir unser Ziel, das Finanzsystem insgesamt krisenfester zu machen“, mahnte Dombret.

  • 11.02.2013, 22:26 UhrMazi

    Der einfachste Weg ist die Qualifizierung der Aufsichtsbehörden.

    Dem Vernehmen nach entsandten dieAufsichtsbehörden ihre klügsten Mitarbeiter in den Baseler Ausschuss, die dort BASEL aus der Taufe hoben. Ich denke, dass es für niemanden ein Geheimnis ist, das BASEL unter Risikosteuerungsgesichtspunkten für den Papierwolf ist.

    Dass die hiesigen Aufsichtsbehörden erst noch auf den Widerstand aus USA warten müssten, disqualifiziert die Finanzaufsicht auf höchster Ebene.

    Wie soll es weiter gehen?
    Herr Weidmann soll Klartext reden und auch die seinigen in de Wüste schicken. Schwache Aufseher ziehen immer Kriminelle an. Auch als Vortragshonorare getarnte Zahlungen sind eine Form der Korruption.

  • 11.02.2013, 16:33 UhrA_H

    Herrn Dombret durfte ich damals im Studium hören. Seine M&A Vorlesung war mit Abstand DAS Highlight! Top Wissen, top Wissensvermittlung und dazu menschlich noch ein Supertyp! Hoffentlich ist ihm die Bundesbank nicht zu langweilig.

  • 11.02.2013, 11:08 UhrAndre

    Anstelle einer irren Regulierung, die den Unternehmen jegliche Luft zum Atmen nimmt, brauchen wir eine vollständige Deregulierung und Entbürokratisierung im Bankensektor. Den Bürgern muss lediglich klar gemacht werden, dass wenn sie Geld zur Bank bringen, dies ihr eigenes Risiko ist. Ich selbst habe mein Konto immer leicht überzogen und ansonsten kein Geld auf Bankkonten liegen. Das sollte jeder Bürger noch begreifen.
    Wenn es so wäre, würde der Markt selbst schon Alternativen zu klassischen Bankkonto hervorbringen.
    Stattdessen werden jedoch riesige Beschäftigungsprogamme für die Anwaltsmaffia und ganze Armeen von Beamten, Bürokraten und Juristen mit Bankenregulierung befasst, was uns am Ende allen teurer kommt als ein liberalisiertes System.

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