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Finanzaufsicht: Banken fürchten sich vor dem Stresstest

Im Geldgewerbe herrscht Krisenstimmung: Die europäischen Banken wollen die Ergebnisse des staatlichen Stresstests geheim halten. Denn viele Institute stehen wackelig da. Sie fürchten eine Massenpanik. Doch die Politik drängt auf mehr Offenheit.

von Y. Osman, F.-M. Drost, P. Köhler und T. Riecke
Skyline in Frankfurt: Gerade deutsche Banken sind stark von der Krise der schwachen europäischen Staaten betroffen. Quelle: ap
Skyline in Frankfurt: Gerade deutsche Banken sind stark von der Krise der schwachen europäischen Staaten betroffen. Quelle: ap

FRANKFURT. Für Europas Banken naht der Tag der Wahrheit. Bislang kassierten sie Milliarden vom Steuerzahler zur Bewältigung der Finanzkrise, ohne dafür in der Öffentlichkeit Rechenschaft über ihre tatsächliche finanzielle Lage ablegen zu müssen. Frei nach dem Motto: Was der Bürger nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Diese Geheimniskrämerei stößt jetzt an ihre Grenzen.

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Mit Spanien forderte gestern zum ersten Mal die Regierung eines Euro-Staats, die Resultate von sogenannten Stresstests zu veröffentlichen. Solche Tests sind Untersuchungen der europäischen Bankenaufsicht CEBS, um die Krisenresistenz der Banken unter extremen Bedingungen an den Finanzmärkten zu prüfen. Nicht nur in Madrid, auch in Berlin und Brüssel können sich Regierende und Finanzaufseher neuerdings vorstellen, mehr Licht ins Dunkel der Bankenwelt zu bringen und die Ergebnisse der Tests zu veröffentlichen.

Doch noch mauern die Banken. Sie fürchten, dass nach dem Stresstest der Stress erst richtig losgeht. An den Märkten, so das Argument, könne Panik ausbrechen, wenn die tatsächliche Lage vieler Institute offensichtlich würde. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist nur für mehr Transparenz, wenn es eine Auffanglösung für die Banken gibt. Schließlich rechnet die Europäische Zentralbank (EZB) damit, dass die europäischen Banken in diesem und im nächsten Jahr noch einmal 195 Mrd. Euro abschreiben müssen.

Doch auch das Verschweigen der wahren Lage einzelner Institute schürt neue Ängste. Schon jetzt leihen sich viele Banken aus Misstrauen, dass der Partner pleitegeht, gegenseitig kein Geld mehr aus. „Die Lage ist ähnlich dramatisch wie direkt nach der Lehman-Pleite“, sagt ein führender Notenbanker in Frankfurt. Er fügt hinzu: „Die Situation ist äußerst angespannt. Wir können nichts ausschließen.“

Vor diesem Hintergrund fordern die Finanzmärkte selbst mehr Transparenz, die Front der Geheimniskrämer in Nadelstreifen bröckelt. Immer mehr ahnen, dass nicht Offenheit, sondern die Heimlichtuerei das Misstrauen an den Märkten schürt.

Deswegen wuchs gestern nicht nur in Spanien das Drängen auf neue Offenheit. Der EU-Ausschuss für Bankenaufsicht führe momentan neue Stresstests bei den großen Finanzinstituten durch, sagte die Sprecherin von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Die EU-Kommission habe für Ende Juni ein Treffen mit den Mitgliedstaaten einberufen, um die Ergebnisse der Tests zu diskutieren. Dabei werde man auch über eine Veröffentlichung der Ergebnisse sprechen. Kommissar Barnier sei prinzipiell für möglichst viel Transparenz. Auch aus der deutschen Bundesregierung hieß es gestern mit Blick auf eine Veröffentlichung: „Es wäre eine Möglichkeit, um den Spekulationen den Boden zu entziehen.“

Einigen sich die Europäer auf diese Linie, würden sie den USA folgen. Deren Finanzminister Timothy Geithner hatte 2009 einen solchen Test bei den 19 größten US-Banken durchführen lassen und das Ergebnis veröffentlicht. Seitdem ist das Misstrauen gegenüber den Instituten verschwunden.

  • 17.06.2010, 11:32 UhrAnonymer Benutzer: HDH44

    Sehr geehrter Herr Schäuble,
    sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister,
    sehr geehrte Damen und Herren der baFin,

    warum wehren Sie sich gegen die Veröffentlichung der Zahlen. Wen wollen eigentlich schützen.
    Das Volk muß geschützt werden, deshalb ist ein hohe Transparenz Pflicht.
    So wie Sie es auch bei der beratung der Anlagekunden fordern!
    Subventionszahlungen in der Landwirtschaft werden heute auch veröffentlicht. Und wie lange hat man scheinheilige Gründe angeführt, um diese Zahlungen in Deutschland nicht zu veröffentlichen. : Scheinargumente mit dem Hinweis: Der bürger ist nicht fähig + reif für derartige Zahlen!
    Wenn Politik Glaubwürdigkeit gewinnen will, dann sollten die Streßtestergebnisse sofort veröffentlicht werden.
    Das meint
    HDH 44

  • 16.06.2010, 18:15 UhrAnonymer Benutzer: donnerkheil

    wäre es recht in die Gruft zu blicken und NiCHTS zu finden? kein bischen Substanz, kein bischen Moral, kein bischen Vernunft, nur Leichen, Leichen, Leichen, und über allem thront der Ackermann

  • 16.06.2010, 12:40 UhrAnonymer Benutzer: leokatz

    ...wenn die banken doch nicht gepatzt haben sollen, warum wehren die sich dann gegen die veröffentlichung? ich muss nur angst vor veröffentlichung haben, wenn ich leichen im keller habe. umgekehrt wärs ja sogar positiv! und die öffentlichkeit als blöd hinzustellen, von wegen, wie vermittelt man informationen den dummbroten, finde ich bereits sehr unverschämt. aber ähnlich sieht die politik ja den bürger, der für die ja nur noch wahlvolk und steuerzahler und nicht bürger ist, die die zu vertreten haben.

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