
FRANKFURT. Nach der Rückkehr in die Gewinnzone versucht die Commerzbank, die Euphorie zu dämpfen. Von Januar bis März verbuchte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus einen Gewinn von 708 Mio. Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 864 Mio. Euro angefallen war. Die mit Milliarden vom Staat gestützte Bank schnitt damit zwar deutlich schlechter ab als der Erzrivale Deutsche Bank, der eine Mrd. Euro mehr erwirtschaftet hatte. Dank eines starken Investment-Bankings und deutlich weniger Vorsorge für faule Kredite übertraf sie die Erwartungen dennoch deutlich.
"Man kann das erste Quartal nicht für das Gesamtjahr hochrechnen", warnte Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz gleich mehrmals. "Im Gesamtjahr 2010 werden wir im Konzern nur dann schwarze Zahlen sehen, wenn Konjunktur und Finanzmärkte mitspielen." Nach dem zweiten Quartal will das Institut, das noch mitten in der Integration der Dresdner Bank steckt, aber eine konkretere Prognose abgeben. Weiter gilt: 2012 sollen vier Mrd. Euro operativer Gewinn geschrieben und es soll mit der Rückzahlung der Staatshilfe begonnen werden.
An der Börse wurde das Quartalsergebnis gefeiert. Die Aktie der Frankfurter legte in der Spitze fünf Prozent zu und führte damit zeitweise die Gewinnerliste im Dax an.
Eintagsfliege Investmentbank?
Überraschend kam vor allem das starke Abschneiden der Investmentbank (Corporates & Markets). Diese steuerte mit 339 Mio. Euro fast die Hälfte zum operativen Gewinn bei. Treiber war - wie zuletzt auch bei fast allen Konkurrenten - das schwankungsanfällige Kapitalmarktgeschäft mit Aktien und Anleihen. Daher zeigen sich Analysten skeptisch. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", urteilte Philipp Häßler vom Broker Equinet.
Entspannung scheint aber auch bei den faulen Krediten in Sicht zu sein: Die Risikovorsorge sank im Quartalsvergleich um rund ein Viertel. Würde sich dieser Trend fortsetzen, wäre die bislang für 2010 anvisierte Belastung in Höhe von 3,8 Mrd. Euro viel zu hoch gegriffen. Vor allem die zuletzt schwache Mittelstandsbank, die mit gut 300 Mio. Euro Ergebnis fast zu alter Form auflief, profitiert von dieser Entwicklung.
Es ist schon seltsam, da will die Regierung die "Zockerei" eindämmen, und ausgerechnet bei der von ihr gestützten Commerzbank ist das investmentbanking der Gewinntreiber! Was in Fall der Deutschen bank "scharf angeprangert" wird, löst bei der Commerzbank kollektives Schweigen aus. Wer nun allerdings hofft, dass die Coba endlich den Zinsdienst auf die stille Einlage bedient, wird am Jahresende fürchterlich enttäuscht sein, denn wie schnell kann man eine Wertberichtigung vornehmen, rote Zahlen schreiben, indirekte Subventionen (Zinserlass) kassieren und dann "Sorry" sagen!
Wer heute die Zahlen der Commerzbank feiert, feiert die falsche bank!
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