
HB NEW YORK. Die Investmentbank Goldman Sachs könnten laut Medienberichten bei einer Pleite des US-Mittelstandsfinanziers CIT eine Milliarde Dollar erhalten. Das Geld stamme aus einem 3-Milliarden-Hilfspaket, das Goldman im vergangenen Jahr zugestanden hatte, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf Kreise. Gleiches berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person.
Fünf Monate bevor das US-Finanzministerium CIT auf dem Höhepunkt der Finanzkrise mit 2,3 Milliarden Dollar stützte, war Goldman Sachs schon in die Bresche gesprungen.
Während die US-Steuerzahler ihr Geld bei einer Pleite von CIT verlieren könnten, sicherte sich Goldman Sachs mit einem entsprechenden Vertragswerk ab. Im Falle einer Pleite oder Zahlungsunfähigkeit des Finanzierers, muss dieser Goldman Sachs eine Wiedergutmachtung von 1 Milliarde Dollar zahlen. Goldman könne die Forderung aber aufschieben. Verhandlungen darüber liefen bereits.
Die Summe wäre Teil einer drei Milliarden Dollar schweren Nothilfe, die Goldman dem krisengeschüttelten Institut im Juni 2008 gewährte. Darüber hinaus stünde Goldman im Fall einer CIT-Insolvenz zudem eine Kreditversicherungsauszahlung zu. CIT konnte für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden.
Der krisengeschüttelte US-Mittelstandsfinanzierer CIT will sein drohendes Aus mit einem Umschuldungsplan abwenden. Über ein Tauschangebot sollen mindestens 5,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten abgebaut werden, wie der Kreditgeber von Tausenden Einzelhändlern und kleineren Firmen mitteilte. Zugleich traf das Institut aber auch Vorkehrungen, um freiwillig Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen zu können, sollte der Umschuldungsplan scheitern. Es wäre eines der größten Insolvenzverfahren in der Geschichte der USA. CIT zufolge will sich ein Drittel der Schuldner an dem Tauschangebot beteiligen oder habe signalisiert, den Restrukturierungsplan zu unterstützen. Die Tauschofferte läuft bis zum 29. Oktober.