
HB HAMBURG/KIEL. Die Finanzkrise reißt immer größere Löcher in die Bilanz der Verluste schreibenden HSH Nordbank. Kreisen zufolge braucht das Institut drei Milliarden Euro frisches Kapital. Über diese Summe habe der HSH-Vorstand die Regierungsspitzen der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein am Freitag informiert, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit den Gesprächen vertrauten Personen. Zudem seien zehn Milliarden Euro Garantien notwendig, mit denen Risiken im Wertpapier- und Kreditgeschäft abgedeckt werden sollten.
Diese Bürgschaften dürften den Kreisen zufolge die beiden Länder, die jeweils rund 30 Prozent an der HSH Nordbank halten, voraussichtlich je zur Hälfte bereitstellen. Eine Entscheidung stehe aber noch aus. Die HSH Nordbank wollte sich dazu nicht äußern. Von den Ländern war am Freitagabend keine Stellungnahme mehr zu erhalten.
2008 wies die HSH Nordbank nach vorläufigen Zahlen einen Verlust vor Steuern und Restrukturierungskosten von bis zu 2,8 Milliarden Euro aus. Im Jahr zuvor hatte noch ein Plus von 285 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Grund für das Minus waren Belastungen durch die Finanzkrise von insgesamt 2,5 Milliarden Euro. Der größte Teil davon stammte aus Abschreibungen auf das Kreditersatzgeschäft, weitere Verluste kamen aus dem Engagement in Island und bei der Pleite gegangenen US-Bank Lehman Brothers.
Außerdem musste die Bank ihre Risikovorsorge auf 1,4 Milliarden Euro drastisch erhöhen. Die Eigentümer der HSH Nordbank - neben den Ländern sind das die Sparkassen in Schleswig-Holstein und der US-Finanzinvestor J.C. Flowers - verhandeln seit Wochen über eine Neuausrichtung der Landesbank.