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Finanzkrise: Irland verstaatlicht erste Bank mit Mann und Maus

Teilverstaatlicht werden weltweit viele Banken. Irland ist jetzt noch einen Schritt weitergegangen. Die irische Regierung hat die Anglo Irish Bank vollständig übernommen. Die Aktien wurden an den Börsen vom Handel ausgesetzt. Nichts geht mehr.

Der irische Premier Brian Cowen stellt sich den Fragen der Journalisten in Tokio. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Der irische Premier Brian Cowen stellt sich den Fragen der Journalisten in Tokio. Foto: Reuters Quelle: Reuters

HB DUBLIN/LONDON. Irland verstaatlicht im Zuge der Finanzkrise seine erste Bank. Die Regierung übernimmt die Anglo Irish Bank komplett, teilte Finanzminister Brian Lenihan in Dublin mit. Die Aktien des drittgrößten irischen Kreditinstituts wurden am Freitag vom Handel an den Börsen in Dublin und London ausgesetzt.

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Vor dem Beschluss zur Verstaatlichung wollte die Regierung eigentlich 1,5 Mrd. Euro in die Bank pumpen und so 75 Prozent der Anteile übernehmen. Doch dadurch könne die Zukunft des Geldhauses nicht gesichert werden, erklärte Finanzminister Brian Lenihan den Sinneswandel. Für Kunden gebe es keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Alle Mitarbeiter würden ihre Jobs behalten.

Ende vergangenen Jahres waren mehrere Vorstandsmitglieder nach einer Kontroverse um geheime Kreditvergaben zurückgetreten. Unverantwortliches Verhalten hätte der Bank großen Schaden zugefügt, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

Der Börsenwert der Anglo Irish Bank war in den zurückliegenden Monaten dramatisch eingebrochen. Das Papier schloss am Donnerstag mit einem Wert von 22 Cent, nachdem die Aktie im Mai 2007 noch bei 17 Euro lag.

Die EU-Kommission wird die Verstaatlichung unter die Lupe nehmen. Die Kommission sei über die Pläne informiert gewesen, müsse nun aber die Details prüfen, sagte ein Sprecher.

Nach Medieninformationen hatte sich die Regierung zu dem drastischen Schritt entschlossen, weil sie bei einem Kollaps der Bank schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft der grünen Insel und auf das Gesundheitsversicherungs-Gewerbe befürchtet hätte. Ein wichtiger Anteilseigner der Versicherungsindustrie soll Großaktionär der angeschlagenen Bank sein. Bei einer Pleite der Bank hätte der Staat laut Zeitungsberichten auch für Verbindlichkeiten in Höhe von 100 Mrd. Euro einspringen müssen.

Irlands Banken hat die Finanzkrise besonders hart getroffen. Bereits im Oktober hatte die Regierung Milliardengarantien für alle Einlagen bei den Banken verkündet.

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