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Finanzkrise: Japans Banken kommen nicht aus dem Sumpf

Japans Banken hängen in der Krise fest. Obwohl sie die Auswirkungen der Turbulenzen erst Monate nach ihren Konkurrenten in Amerika und Europa zu spüren bekamen, tun sie sich bei der Rückkehr zu satten Gewinnen schwerer. Die Quartalszahlen wichtiger Institute belegen die Schwierigkeiten – Nippons Megabanken müssen Bescheidenheit üben.

Indiz für die Krise: Die Quartalszahlen von Japans zweitgrößter Finanzgruppe Mizuho rutschten ab. Quelle: Reuters
Indiz für die Krise: Die Quartalszahlen von Japans zweitgrößter Finanzgruppe Mizuho rutschten ab. Quelle: Reuters

TOKIO. Der Gewinn der zweitgrößten Finanzgruppe Mizuho glitt im Vergleich zum ohnehin schlechten Vorjahreshalbjahr um sieben Prozent ab. Zwischen Juli und September machte Mizuho 1,48 Bill. Yen Umsatz und 88 Mrd. Yen Nettogewinn. Im Gesamtjahr erwartet der Branchenzweite weiterhin einen Gewinn von 200 Mrd. Yen. Der Branchendritte Sumitomo Mitsui erzielte einen Gewinn von lediglich 380 Mio. Euro – weit unter dem Niveau, das für ein Geldhaus dieser Größe zu erwarten wäre.

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Strengere Eigenkapitalregeln

Analysten zufolge bleibt der Rückstand der japanischen Banken gegenüber westlichen Konkurrenten noch eine Weile erhalten. Grund ist, dass sie ihre Einnahmen meistenteils aus dem Kreditgeschäft beziehen, statt wie die westliche Konkurrenz auf Gebühren und Provisionen zu setzen. Insgesamt stehen die japanischen Banken jedoch nicht schlecht da, Die Anzahl der uneinbringlichen Kredite liegt im internationalen Vergleich sehr niedrig und ist binnen Jahresfrist nochmals gesunken; die Kapitalausstattung sieht solide aus.

Ein Grund zur Sorge sind dagegen die strengeren Eigenkapitalregeln der japanischen Regierung. Nachdem die Finanzhäuser in den vergangenen Monaten bereits mehr als zehn Mrd. Euro an neuen Aktien ausgegeben haben, könnten sie die Aufnahmefähigkeit des Marktes durch weitere Emissionen überstrecken, so die Befürchtung. Dann hätten sie Schwierigkeiten, ihr Eigenkapital im nötigen Umfang aufzustocken. Das Augenmerk gilt dementsprechend weiteren Plänen für den Verkauf von Anteilsscheinen, insbesondere durch den Marktführer Mitsubishi UFJ. Dieser plant Finanzkreisen zufolge den Kapitalmarkt anzuzapfen und Ende des Jahres Aktien für rund 11 Milliarden Dollar auszugeben. Das Institut legt Mittwoch Zahlen vor.

Japans Banken hatten kaum in die verbrieften Hypothekenkredite investiert, deren Entwertung die ganze Branche in den vergangenen zwei Jahren in Schwierigkeiten gebracht hatten. „Es waren keine direkten Investments in solche Papiere, sondern die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft, die Japans Banken belastet haben“, sagt Ökonom Martin Schulz vom Fujitsu Research Institute. Als die Exporte für US-Konsumenten im Jahr 2008 wegbrachen, blieben Unternehmen wie Toyota und Sony auf ihren Produkten sitzen. Die Aktienkurse in Japan stürzten noch stärker ab als Dax und Dow im Westen. Da die japanischen Banken traditionell einen hohen Anteil einheimischer Aktien halten, litten sie schwer unter dieser Entwertung ihrer Bestände.

Langsames Kreditwachstum

Auch die wichtigste Einnahmequelle der japanischen Banken ist versiegt: das Geschäft mit Unternehmenskrediten. „Das Kerngeschäft sieht trübe aus“, sagt Imael Pili Analyst bei Macquarie Securities in Tokio. „Der Druck auf die Margen nimmt zu, und das Kreditwachstum hat sich verlangsamt.“ Trotz einer Verbesserung der Wirtschaftslage nahm die inländische Kreditvergabe im abgelaufenen Quartal nur um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

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