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Finanzkrise: Wall Street: Das große Geld ist zurück

An der Wall Street dürften die Gehälter der Banker in diesem Jahr wieder kräftig steigen. Allein Goldman Sachs könnte doppelt so viel ausschütten wie 2008. War da was? Die Gehaltsexzesse der Vergangenheit gelten doch als eine der Hauptursachen für die Finanzkrise. Experten sind entsprechend alarmiert.

Blick auf Lower Manhattan: Das Selbstbewusstsein ist zurück. Quelle: ap
Blick auf Lower Manhattan: Das Selbstbewusstsein ist zurück. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Sportwagenverkäufer, Schmuckhändler und Restaurantbesitzer in Manhattan können sich freuen: Das große Geld kehrt an die Wall Street zurück. Die Banker, zuletzt mitunter etwas klamm geworden, werden wieder mehr verdienen.

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So könnte die Investmentbank Goldman Sachs, sollte sie weiter so gute Geschäfte machen, in diesem Jahr 20 Mrd. Dollar an ihre Mitarbeiter ausschütten, wie das "Wall Street Journal" ausgerechnet hat. Das wären im Durchschnitt 700 000 Dollar pro Kopf - und fast doppelt so viel wie im Krisenjahr 2008 (363 000 Dollar). Die Summe übertrifft sogar das Jahr 2007 (661 000 Dollar).

Auch bei den Mitarbeitern von Konkurrent Morgan Stanley dürfte dieses Jahr die Kasse klingeln. Hier rechnen Analysten mit im Schnitt 340 000 Dollar für jeden - fast so viel wie 2007.

War da was? Die teils exzessiven Einkommen der "Masters of the Universe" bis Ende des vergangenen Jahres gelten als eine der Hauptursachen für die Finanzkrise. Belohnt wurden kurzfristige, riskante Investments mit hoher Rendite.

Als im Herbst die Finanzmärkte einfroren und die US-Regierung den Banken mit hunderten von Milliarden Dollar beisprang, setzte Washington als Reaktion auf die Exzesse Regeln fest. Etwa dass Banken, die mehr als 500 Mio. Dollar aus dem Rettungsfonds Tarp erhalten haben, ihren 25 ranghöchsten Managern keine Boni mehr auszahlen dürfen. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon, der vor gut einem halben Jahr gemeinsam mit anderen Spitzenbankern vor den Kongress zitiert wurde, sagte damals kleinlaut: "Ich fühle mich eher wie der Unteroffizier des Universums."

Doch das Selbstbewusstsein ist längst zurück. Seit Jahresbeginn schreiben die großen Wall-Street-Häuser wieder Gewinne. Das Geschäft mit Unternehmensanleihen brummt, weil viele strauchelnde Firmen aus der Realwirtschaft dringend Geld brauchen. Den Banken helfen auch neue Bilanzierungsregeln, mit denen sich die Schrottpapiere in den Bilanzen aufhübschen lassen.

So konnten Goldman Sachs und weitere Institute vor Kurzem 68 Mrd. Dollar an Staatshilfen zurückzahlen und so die lästigen Vorschriften loswerden. Da Investmenthäuser üblicherweise gut die Hälfte ihrer Gewinne für die Mitarbeiter auszahlen, rechnet sich das für die Angestellten gut.

Noch viel günstiger, zumindest für die Top-Kräfte, aber ist der Wettkampf unter den Banken um die besten Talente. Ein Londoner Banker erzählte kürzlich in der "Times" von einem Anwerbeversuch eines amerikanischen Finanzhauses, das ihm 20 Mio. Euro bot. "Von einer Bank, die vom Steuerzahler gerettet wurde. Haben die gar nichts gelernt?", sagte er.

Um zu verhindern, dass die besten Leute zur Konkurrenz abwandern, müssen die Banken finanzielle Anreize bieten. Doch höhere Boni auszuloben, das trauen sich viele noch nicht: In der Bevölkerung und bei Politikern in Washington kommt so etwas nicht gut an. Also müssen die Festgehälter erhöht werden.

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