_

Finanzmarkt: Irische Banken in der Krise

Die irischen Banken stecken in der Krise. Abhängigkeit vom Immobilienmarkt und eine schwache Konjunktur belasten die Geldhäuser. An einem einzige Tag brachen die Kurse um bis zu zehn Prozent ein. Und die Talsohle ist offenbar noch nicht erreicht.

LONDON. Der Juni war bislang kein guter Monat für die irischen Banken. Wenige Tage reichten aus, um die ohnehin angeschlagenen Institute auf der Insel endgültig in die Krise zu stürzen. Zunächst gerieten die Geldhäuser in den Sog der Turbulenzen um die englische Hypothekenbank Bradford & Bingley, dann sorgte eine Analystenstudie für einen weiteren Tiefschlag, von dem sich die Banken seither nicht erholt haben.

Anzeige

"Die irischen Banken werden zurzeit von allen Seiten in die Zange genommen", meint ein Londoner Fondsmanager. Zur Abhängigkeit vom britischen Immobilienmarkt komme die schwächelnde heimische Wirtschaft und die Verwerfungen der weltweiten Finanzkrise.

Als die englische Hypothekenbank Bradford & Bingley Anfang Juni eine drastische Gewinnwarnung ausgab und sich frisches Kapital von der Beteiligungsgesellschaft TPG besorgen musste, gehörten die irischen Banken zu den Hauptleidtragenden. An einem einzigen Tag brachen die Kurse um bis zu zehn Prozent ein.

Die Investoren fürchteten, dass die stark am britischen Immobilienmarkt engagierten irischen Institute in den Sog der aufziehenden Krise auf der großen Nachbarinsel geraten. In Großbritannien brachen die Hauspreise zuletzt so stark ein wie seit der Rezession Anfang der 90-er Jahre nicht mehr. In Irland selbst fallen die Hauspreise bereits seit einem Jahr.

Verschärft wurden die Turbulenzen für die irischen Banken durch eine Studie des Wall-Street-Hauses Citigroup wenige Tage nach dem Bradford & Bingley-Debakel. Die Analysten der US-Bank warnten, dass der Gewinn der Bank of Ireland 2009 um mehr als 30 Prozent einzubrechen drohe. Der Rat der Citi-Experten an die Investoren: Verkaufen. Ähnlich pessimistisch sehen die Analysten die Zukunft der Anglo Irish Bank, für die sie einen Gewinneinbruch von 18 Prozent vorhersagen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Volkswagen: VW in Chinas wildem Westen

VW in Chinas wildem Westen

Chinas Westen glänzt mit Wachstumsraten. VW will hier jährlich 50.000 Autos produzieren. Der Aufschwung soll soziale Konflikte lindern. Damit gerät VW allerdings zwischen die Fronten eines ethnischen Konflikts.

Übernahmekarussell: Deutsche Wohnen kauft milliardenschweres Wohnungspaket

Deutsche Wohnen kauft milliardenschweres Wohnungspaket

Mit dem Kauf von fast 24.000 Wohnungen stemmt die Deutsche Wohnen als vierter Immobilienkonzern in diesem Jahr eine milliardenschwere Übernahme in Deutschland. Der Bestand des Konzern wächst damit um fast die Hälfte.

Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.