_

Finanzmarktkrise: Ackermann bittet Staat um Hilfe

Angesichts der internationalen Turbulenzen glaubt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte er am Montagabend. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Ackermann rief zu gemeinsamen Aktionen von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bittet fast flehentlich um Hilfe. Foto: dpa Quelle: dpa
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bittet fast flehentlich um Hilfe. Foto: dpa Quelle: dpa

ben/HB FRANKFURT. Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, rief zur Hilfe bei der Lösung der aktuellen Finanzkrise auf. Bei einer Rede vor Bankern in Frankfurt mahnte er Anleger zu Investitionen an den Märkten. "Ich sage allen, die über Liquidität verfügen: Es gibt viele Produkte, die zu historisch niedrigen Kursen gehandelt werden", sagte er fast flehentlich.

Anzeige

Er könne zwar nicht garantieren, dass man diese in zwei Wochen nicht noch günstiger kaufen könnte, aber langfristig sei es eine lohnende Investition.

Der Teufelskreis, das Anleger nach jedem Kursrutsch auf den nächsten warteten und damit eine weitere Korrektur an den Märkten provozierten, müsse durchbrochen werden, so Ackermann. Er spielte damit auf das Kernproblem der aktuellen, vom Platzen der Blase am US-Häusermarkt ausgelösten Finanzmarktkrise an. Weil das Vertrauen in den Finanzssektor erschüttert ist, warten die Investoren ab. Dies lässt die Kurse weiter fallen und provoziert so neuerliche, existenzgefährdende Milliardenabschreibungen bei Banken.

Ackermann, dessen Bank bislang recht gut durch die Krise gekommen ist, rief Regierungen und Zentralbanken um Hilfe an: "Wir brauchen eine konzertierte Aktion von Notenbanken, Anlegern und Regierungen, um dieses Zusammenschmelzen von Werten endlich zu beenden." Zu glauben, die Banken könnten dies alleine schaffen, sei realitätsfern.

  • Die aktuellen Top-Themen
Aufstieg und Fall der PKV: „Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

„Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

Sinkende Erträge und politischer Druck: Die Zeiten für private Krankenversicherer werden härter. Reinhold Schulte, Chef des PKV-Verbandes, spricht über die Finanzierung von Gesundheit und falsche Anreize der Politik.

Bahn-Chef Grube: Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Ein Börsengang der Deutschen Bahn ist nach den Worten von Bahn-Chef Rüdiger Grube derzeit kein Thema. "Die Bahn braucht den Börsengang zurzeit nicht", sagte Grube in einem Interview.

Transport-Firmen: Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Bei den Auftraggebern sinken die Wirtschaftserwartungen und die Preise für Transportleistungen gehen bereits zurück. Trotzdem bauen Logistikanbieter weiter Kapazitäten aus. Das aber könnte sich bald ändern.

  • Video

Global 3000 Die Fischer von Limbé

Für die Fischer an Kameruns Küsten werden die Aussichten immer schlechter. Es gibt immer weniger Fische, ausländische Trawler haben die Gewässer fast leer gefischt. Auch die kleine Stadt Limbé leidet unter der Krise.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.