
DüsseldorfMoralisch verwahrlost, verlottert und verlogen: Adjektive, die in diesen Tagen gerne einmal mehr der Bankenbranche zugewiesen werden. Die Welt der Finanzinstitute ist geprägt von Skandalen. Und fast täglich scheint ein neuer hinzuzukommen.
Sogar die Deutsche Bank, das deutsche Vorzeigeinstitut, steckt inzwischen mittendrin. Im Manipulationsskandal um den Referenzzins Libor hat das größte deutsche Geldhaus kürzlich den Kronzeugenstatus bei der EU-Kommission und in der Schweiz erhalten. Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die neuen Co-Chefs der Deutschen Bank, hatten erst kürzlich selbstkritisch und öffentlichkeitswirksam Fehler im früheren Geschäftsgebaren ihres Instituts eingeräumt und Besserung gelobt – und jetzt das.
Die Kronzeugenschaft ist ein Schuldeingeständnis durch die Hintertür. Offiziell gesteht der deutsche Branchenprimus seine Mittäterschaft damit zwar nicht ein. Warum aber sollte eine Großbank zum Kronzeugen werden wollen, die sich keiner Schuld bewusst ist? „Ein Kronzeuge ist immer auch zwingend Kartellbeteiligter, er offenbart seine Mittäterschaft“, sagte Christian Horstkotte, Partner bei der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie dem Handelsblatt.
Die Affäre um Zinsmanipulationen durch Großbanken hat die Ermittler in Europa, Japan und den USA auf den Plan gerufen. Insgesamt werden derzeit mehr als ein Dutzend Institute durchleuchtet. Ihnen wird vorgeworfen, beim Libor-Zinssatz getrickst zu haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen und dient damit als Referenz für billionenschwere Kreditgeschäfte mit Kunden rund um den Globus.
Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf das Jahr 2008, als sich die Finanzkrise zuspitzte. Damals trugen 16 Großbanken zur Festsetzung des Libor bei. Im Folgenden einige Informationen zu diesen Instituten (in alphabetischer Reihenfolge):
Das US-Institut ist von den Ermittlungen betroffen, wie die Nachrichtenagentur Reuters von einem Insider erfahren hatte. In ihrem Geschäftsbericht 2011 hat sich die Bank zur Sache aber nicht geäußert. Wegen Libor wurde die Bank vom Brokerhaus Charles Schwab verklagt.
Die britische Großbank hat ein Fehlverhalten einiger Händler beim Libor eingeräumt und wurde zu einer Strafe von einer halben Milliarde Dollar verdonnert. Die Führungsspitze muss gehen. Ein Untersuchungsausschuss des Parlaments in London befasst sich mit der Aufklärung des Skandals und der Frage, wie viel die Aufseher von den Zinsmanipulationen wussten.
Im Februar 2012 wurde bekannt, dass die Schweizer Behörden unter anderem gegen das japanische Geldhaus Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ wegen mutmaßlicher Zinsmanipulationen ermitteln. Die Bank machte dazu in ihrem Geschäftsbericht 2011 keinerlei Angaben. Zwei in London ansässige Händler wurden wegen Manipulationsvorwürfen beurlaubt - nach offiziellen Angaben hatte das aber nichts mit ihrer Arbeit bei BTMU zu tun.
Die US-Bank hat eingeräumt, dass Töchter von den Ermittlungen betroffen sind und ihre Kooperation bei der Aushändigung von Informationen angekündigt. In den USA ist die Bank auch von Libor-Klagen betroffen. In Japan wurde einigen Citi-Mitarbeitern auch die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Tibor vorgeworfen.
Die Schweizer Bank wird von den heimischen Behörden durchleuchtet. Sie werfen dem Institut als einem von insgesamt zwölf Häusern vor, Libor und Tibor manipuliert zu haben sowie damit zusammenhängende Derivate. Die Bank hat ihre Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe zugesichert.
Der deutsche Branchenprimus kooperiert mit den Ermittlern in den USA und Europa, die Untersuchungen drehen sich um den Zeitraum 2005 bis 2011. Wegen Libor gibt es in den USA bereits Klagen gegen das Geldhaus. In Deutschland hat die Bankenaufsicht Bafin Kreisen zufolge eine Sonderprüfung eingeleitet, die Ergebnisse stehen noch aus. Zwei Mitarbeiter hat das Geldhaus Finanzkreisen zufolge bereits suspendiert.
Die inzwischen zu Lloyds gehörende Bank taucht ebenfalls in Klageschriften in den USA auf. Im Geschäftsbericht 2011 teilte HBOS mit, die Auswirkungen und das Ergebnis der Ermittlungen und Prozesse seien nicht abzuschätzen. Die Bank arbeite mit den Behörden zusammen.
Die Bank hat erklärt, die Aufseher hätten sie um Informationen im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen gebeten und man kooperiere. In den USA tauchte die HSBC auch in Klageschriften im Zusammenhang mit Libor auf. Im Geschäftsbericht 2011 hieß es, das Ergebnis der Ermittlungen und Prozesse sei nicht abzuschätzen.
Die Bank hat erklärt, sie arbeite mit den Ermittlern zum Thema Libor, Euribor und Tibor zusammen, das betreffe vor allem die Zeiträume 2007 und 2008. Die Bank taucht auch als Beschuldigte in US-Klagen auf.
Auch Lloyds hat eine Zusammenarbeit mit den Ermittlern zugesagt und taucht in US-Klagen zu Libor auf. Im Geschäftsbericht 2011 erklärte die Bank wie die anderen Institute, der Ausgang der Ermittlungen sei offen.
Die japanische Bank hat die Libor-Ermittlungen in ihrem Geschäftsbericht 2011 nicht erwähnt. Im April 2011 war das Institut eines von zwölf, die vom Vermögensverwalter FTC Capital wegen mutmaßlicher Zinsmanipulationen verklagt worden waren.
Das niederländische Geldhaus, ebenfalls in einigen US-Klagen beschuldigt, arbeitet nach eigenem Bekunden mit den Ermittlern bei Libor zusammen. Die Bank hat erklärt, sie halte die Klagen für unbegründet und werde sich gegen die Vorwürfe entsprechend verteidigen.
Kanadas größte Bank machte in ihrem Geschäftsbericht 2011 keinerlei Angaben dazu, ob sie von Ermittlungen wegen mutmaßlichen Zinsmanipulationen betroffen ist.
Die britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) hatte erklärt, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Mehreren Mitarbeitern wurde Fehlverhalten vorgeworfen. Das Institut zahlt eine Strafe in Höhe von 615 Millionen Dollar an britische und US-Behörden.
Die Schweizer Bank hoffte als Kronzeuge bei den Libor-Ermittlungen darauf, dass die Behörden etwa in den USA und der Schweiz Milde walten lassen. Doch die Strafe fiel hoch aus: 1,16 Milliarden Euro zahlt die Bank wegen des Libor-Skandals.
Aus Finanzkreisen wurde bereits im März vergangenen Jahres bekannt, dass die WestLB zu den untersuchten Instituten zählt. In ihrem Geschäftsbericht 2011 ging die Bank auf die Libor-Ermittlungen nicht ein. Allerdings zog sich das Haus schon im Juli 2011 aus dem Kreise jener Banken zurück, die den Dollar-Libor festsetzen. Die Landesbank ist inzwischen aufgelöst und kam damit den EU-Auflagen nach.
Die Deutsche Bank hofft einfach darauf, billiger wegzukommen, wenn die Strafzahlungen festgesetzt werden. Nach einer groben Schätzung von Analysten der US-Großbank Morgan Stanley könnten den Deutschen Strafzahlungen von rund einer Milliarde Dollar drohen. Dem ersten Kronzeugen winkt nach europäischem Recht die vollständige Immunität und die Möglichkeit, dass das Bußgeld erlassen wird. Ob sich die Bank als erste meldete, ist zwar noch nicht klar. Auch die Royal Bank of Scotland und die UBS kooperieren mit den Behörden. Doch einen Rabatt wird es am Ende für die Deutsche Bank auf jeden Fall geben.
Für die britische Großbank Barclays wurde der Skandal um den jahrelang manipulierten Libor bereits zu einer teuren Angelegenheit. Rund 345 Millionen Euro muss Barclays für seine Verfehlungen in Großbritannien und den USA berappen.

Es sind doch nicht die Banken, oder ihre kleinen oder großen Angestellten. Die Bank ist ein Institut, eine Organisationseinheit. Die Angestellten sind maximal Kollaborateure.
Die Frage ist doch die nach der treibenden Kraft dahinter. Es ist die Hochfinanz, Rothschild, Rockefeller, Warburg, Schiff und Co., dynastische Familien getrieben von der Gier nach Macht.
Es geht um private Personen. Es geht um diejenigen, die über die Familie verteilt derart große Vermögen besitzen, dass sie sich ein Land einfach kaufen könnten. Diese Leute tauchen nie in der Forbs-Liste auf, denn die Vermögen sind "unsichtbar" in offshore-Gesellschaften, trusts etc versteckt.

Nicht dass ich Ihnen nicht zustimmen würde, aber bitte variieren Sie doch mal Ihre allzu wortgleichen Textbausteine.

Dieses Spiel nennt sich Bingo.
Man muss kein Kunstschütze sein, um beurteilen zu kommen, ob jemand ins Schwarze getroffen hat.
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