Banken

_

Finanzwirtschaft: Billionen für die Finanzwirtschaft

Auch wenn es eigentlich um Banken geht – die vergangenen zwölf Monate in der Finanzwirtschaft waren vom Primat des Staates geprägt. Rund um den Globus haben die Regierungen Billionen bereitgestellt, um den absoluten Kollaps der Branche zu verhindern. Ein Ende des Engagements ist nicht in Sicht.

Rund 5000 Milliarden Dollar wurden zur Rettung der Banken nach der Lehman-Pleite zur Verfügung gestellt. Quelle: ap
Rund 5000 Milliarden Dollar wurden zur Rettung der Banken nach der Lehman-Pleite zur Verfügung gestellt. Quelle: ap

FRANKFURT. „Das Ausmaß der ergriffenen Maßnahmen zur Unterstützung des Bankensystems ist einmalig“, urteilte die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) vor einigen Wochen. Nach Berechnungen der Organisation, die als Notenbank der Notenbanken bezeichnet wird, wurden rund 5 000 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Dabei untersuchte die BIZ nur die Rettungsprogramme von elf Staaten, darunter freilich Schwergewichte wie die USA, Großbritannien oder auch Deutschland. Die Hilfen – Eigenkapitalspritzen, Staatsgarantien und Abschirmungsvehikel für „toxische“ Vermögenswerte – machen immerhin fast ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts der betroffenen Länder aus.

Anzeige

Dass sich der Kraftakt gelohnt hat, ist unter Experten weitgehend unbestritten – denn die weltweite Finanzarchitektur stand nach der Pleite von Lehman Brothers vor dem Zusammenbruch. „Insgesamt kann man davon sprechen, dass die Rettungsmaßnahmen dazu beigetragen haben, die schlimmsten Szenarien zu verhindern“, urteilt auch die BIZ und verweist insbesondere auf die ausgebliebene Pleite weiterer Großbanken.

In Deutschland wurde der breiten Öffentlichkeit das Ausmaß der Krise spätestens am 5. Oktober klar. Damals traten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) vor die Kameras und garantierten kurzerhand die Einlagen der Sparer – ein bis dato einmaliger Vorgang. „Die Bundesregierung sagt am heutigen Tage, dass wir nicht zulassen werden, dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des gesamten Systems wird“, versprach Merkel damals. Zuvor hatten über Tage hinweg in Großbritannien Sparer die Filialen des in die Krise geratenen Hypothekenfinanzierers Northern Rock belagert. Die Bilder ähnelten denen der großen Depression vor rund 80 Jahren.

Doch Merkel und Steinbrück beließen es nicht bei bloßen Worten. Binnen weniger Tage im Herbst stampfte die Bundesregierung ein 480 Mrd. Euro schweres Rettungspaket aus dem Boden. Gemessen an der Bilanzsumme der Institute ist das noch bescheiden: Deutschland liegt hier bei gut sechs Prozent. Irland hingegen kommt auf mehr als 36 Prozent, und Island musste die größten Kreditinstitute des Landes sogar verstaatlichen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Sorge um Situation: Investoren drängen Deutsche Bank zur Kapitalerhöhung

Investoren drängen Deutsche Bank zur Kapitalerhöhung

Vor einem Jahr hat die Deutsche Bank zuletzt neue Aktien ausgegeben. Vielen Großanlegern reicht das nicht, sie verlangen laut einem Medienbericht neue Taten. Die Kernkapitalquote lässt im Vergleich zu wünschen übrig.

Ein Jahr nach Bangladesch: Viel versprochen, wenig gehalten

Viel versprochen, wenig gehalten

Auch ein Jahr nach dem verheerenden Fabrikbrand in Bangladesch ist bei deutschen Textilfirmen nicht viel passiert in Sachen Arbeitsschutz. Und für viele Verbraucher ist „Geiz ist geil“ immer noch eine passende Parole.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer