
FRANKFURT. Die Skepsis der Investoren gegenüber Private Equity scheint ein Ende gefunden zu haben. Wie das Handelsblatt erfuhr, kommt der britische Finanzinvestor BC Partners beim Einsammeln seines voraussichtlich sechs Mrd. Euro schweren neuen Fonds gut voran. Ende Januar oder Anfang Februar werde voraussichtlich offiziell die Marke von drei Mrd. Euro erreicht, hieß es. Im Spätsommer oder Herbst soll der Fonds dann endgültig geschlossen werden. Branchenkennern zufolge läuft auch bei Konkurrenten das sogenannte "Fundraising" gut an - darunter die Private-Equity-Häuser Lion Capital, Montagu oder Barclays Capital. Vermutlich bereits im kommenden Jahr wollen zudem Schwergewichte wie Apax, EQT oder Cinven Pensionsfonds, Versicherer und andere institutionelle Investoren um frische Mittel bitten.
"Nach zwei, drei Jahren Durststrecke benötigen viele Häuser wieder frisches Geld", sagt Jeremy Golding, Gründer des gleichnamigen Dachfondsanbieters. Zugleich habe sich die Stimmung deutlich verbessert: "Der neue Fonds von BC Partners ist für den Markt die Feuerprobe." Ähnlich optimistisch ist Ralph Aerni, Experte bei SCM Strategic Capital Management. Er prophezeit: "2011 werden viele Fonds ins Fundraising einsteigen."
Nach der Flaute knapp bei Kasse
Die Gründe liegen auf der Hand: Viele Häuser haben zuletzt 2006 oder 2005 Geld eingesammelt. Diese sind mittlerweile jedoch bereits zu weiten Teilen investiert - so dass frische Mittel her müssen. Zudem läuft mitunter bei einigen bestehenden Fonds die meist fünf Jahre dauernde "Investment Period" aus. Mittel, die bis dahin nicht bei den Geldgebern für Investments abgerufen wurden, stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Und schließlich gilt auch in diesem Geschäft die Weisheit: Wer zuerst kommt, malt zuerst.
2010 sammelten Private-Equity-Fonds per Ende September nach Daten des Fachdienstes Preqin lediglich 172 Mrd. Dollar frische Mitteln ein. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2007 kam die Branche auf 650 Mrd. Dollar.