
MÜNCHEN. Im Poker um die Rettung der Hypo Real Estate(HRE) drängt zunehmend die Zeit. Nach Handelsblatt-Informationen machte die Bank im ersten Quartal erneut Verluste. "Das frisst das Eigenkapital weiter auf", hieß es in Finanzkreisen. Der Quartalsverlust beläuft sich laut Branchenschätzung auf etwa 500 Mio. Euro.
Am Montag läuft um Mitternacht die Annahmefrist für das Übernahmeangebot des Bundes ab. Spätestens am Donnerstag wird dann bekanntgegeben, wie viele Anteile dem Staat angedient wurden. Vor allem angesichts der Auseinandersetzung mit dem Großaktionär J.C. Flowers wäre es für den Bund hilfreich, wenn er auf der Hauptversammlung am 2. Juni die Mehrheit der Anteile kontrolliert. Ob dies gelingt, wird angezweifelt.
Ihre Quartalszahlen gibt die HRE am Dienstag bekannt. Vorstandschef Axel Wieandt hatte bereits angekündigt, dass der Konzern wohl 2009 und 2010 noch rote Zahlen schreiben wird. Durch die Verluste im ersten Quartal ist die Bank nun weiter geschwächt. Unter Berücksichtigung des Verlusts 2008 war die Kernkapitalquote bereits unter die regulatorische Mindestgrenze von vier Prozent gefallen. Nur wegen der bevorstehenden Rettung durch den Bund wurde die Bank nicht dichtgemacht.
Doch bis zur vollständigen Verstaatlichung ist es noch ein steiniger Weg. J.C. Flowers ist bereits vor Ablauf des Übernahmeangebots des Bundes auf Konfrontationskurs gegangen. Der US-Investor bekräftigte am Wochenende seinen Widerstand. Er wolle seine Anteile nicht an den Bund verkaufen und bei einer Enteignung unter Berufung auf zwei Rechtsgutachten klagen: "Als längerfristig orientierte Investoren wollen wir das Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft begleiten."