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Fusionsgespräche: Genossenschaftsbanken wollen IT zusammenlegen

exklusiv Fusionsgespräche zwischen den beiden IT-Dienstleistern der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken waren im September gescheitert. Doch der Druck der Eigentümer zeigt Wirkung - jetzt unternehmen sie einen neuen Anlauf.

Die DZ Bank, eines der genossenschaftlichen Spitzeninstitute: Die IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken wollen fusionieren. Quelle: dpa
Die DZ Bank, eines der genossenschaftlichen Spitzeninstitute: Die IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken wollen fusionieren. Quelle: dpa

FrankfurtDiesmal währte die Eiszeit nur kurz: Die Rechenzentralen der Volks- und Raiffeisenbanken, Fiducia und GAD, verhandeln wieder über eine Fusion. Das erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Dabei hatten beide Seiten die Gespräche erst im September für gescheitert erklärt. Nun die Rolle rückwärts: „Wir sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen auf der heutigen Basis zu einem zügigen und erfolgreichen Abschluss gebracht werden können“, schrieb die Fiducia am 23. Dezember in einer Vertriebsinformation an ihre Kunden.

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Geschuldet ist die Kehrtwende dem immensen Druck der Eigentümer beider Gesellschaften, also der über 1100 Volks- und Raiffeisenbanken. Deren Unmut bekamen Fiducia-Chef Michael Krings und GAD-Chef Anno Lederer im November zu hören, als sie vor den Verbandsrat zitiert wurden, einem der wichtigsten Gremien des Finanzverbunds. Die explizite Botschaft lautete: „Redet weiter! Scheitern verboten.“ Die implizite Drohung: Andernfalls rollen Köpfe. „Sie haben den heißen Atem der Organisation gespürt“, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch der „Börsen-Zeitung“. „Man kann ein Unternehmen nicht auf Dauer gegen die Gesellschafter führen. Das haben die Verantwortlichen erkannt“, erklärte ein Verbandsrat dem Handelsblatt.

Neidisch auf die Sparkassen

Denn die Volksbanken wollen ihre IT-Kosten senken. Eine Fusion könnte die jährlichen IT-Kosten um 125 Millionen Euro drücken. Im genossenschaftlichen Finanzverbund kursieren Studien, wonach die Sparkassen, die seit 2011 ein einheitliches System nutzen, ihre IT-Dienstleistungen viel billiger beziehen. „Auf vergleichbarer Basis liegen die IT-Kosten etwa um 40 Prozent niedriger – und diese Schere öffnet sich jedes Jahr weiter“, so ein Vorstand.

Nun wird also mit Hochdruck dort weiterverhandelt, wo die Gespräche im September endeten. Denn bereits im Juni sollen die Eigentümer auf ihren Haupt- und Vertreterversammlungen über die Fusion abstimmen können. In vielen Punkten herrscht längst Einigkeit. So soll die Basis für das gemeinsame IT-System das Bankensystem „agree“ der Fiducia sein. Man wird es aber um zentrale Funktionen des GAD-Systems „Bank21“ anreichern, die die Fiducia bisher nicht hatte.

Die Entscheidung für die Fiducia-Plattform fiel vor allem, weil immerhin etwa 700 Genossenschaftsbanken sie nutzen, während es bei der GAD nur etwa 400 Institute sind. Als leistungsfähig gelten beide Systeme. Für das gemeinsame IT-System soll es dann auch einen neuen Namen geben. Für die Umstellungskosten, die damit auf die GAD-Banken zurollen, soll es in irgendeiner Form einen Lastenausgleich geben.

  • 13.01.2012, 18:15 UhrAnonymer Benutzer: vobageschaedigt

    Es wäre besser, der DZ-Bank-Mann Kirch würde einmal an die DG-Schrott-Immobilien-Fonds-Anleger denken und entsprechend entschädigen.b Erst dann sollte man an Fusionen denken!!
    Bei diesem Verband zählt jedoch der Anleger/Mitglied gar nichts. Die ganze Werbung ist nur Schein, beschissen wird man trotzdem!!

  • 13.01.2012, 17:11 UhrAnonymer Benutzer: Emmerich

    Endlich hat es Arno Lederer geschafft.
    Hätte man ihm den VV eher zugesagt, wäre die Fusion längst vollzogen.

  • 11.01.2012, 14:14 UhrAnonymer Benutzer: Bankgenosse

    Mehr dazu: http://bankgenosse.wordpress.com

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