
tor/mm/ben/mak ZÜRICH. Viele Institute haben halb freiwillig, halb unter dem Druck des Marktes oder der nationalen Finanzwächter ihre Bonuszahlungen an den langfristigen Unternehmenserfolg gebunden und ihre Kapitalpolster deutlich erhöht.
Beim G20-Treffen werden die umstrittenen Boni der Banker und die Kapitalausstattung der Finanzhäuser dennoch ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Die Staats- und Regierungschefs wollen dafür sorgen, dass die finanziellen Anreize der Banker sie nicht dazu verleiten, übertriebene Risiken einzugehen. Gleichzeitig soll ein höherer Kapitalpuffer das Risikopotenzial vermindern und wie ein Stoßdämpfer künftige Krise besser abfedern.
Zur Überraschung der Politiker rennen sie damit bei einigen Großbanken offene Türen ein. "Die Banken haben begriffen, dass sich vieles ändern muss und die meisten haben inzwischen entsprechende Maßnahmen eingeleitet", heißt es etwa beim britischen Bankenverband. Beispiel Bonuszahlungen: Als eine der ersten britischen Großbanken hat die Royal Bank of Scotland ein neues Bonussystem eingeführt. Die RBS-Banker werden in Zukunft Boni erhalten, die über drei Jahre gestaffelt sind und in nachrangigen Anleihen der Bank bezahlt werden.
Auch in den USA versucht eine Reihe von Firmen der Forderung der Regierung nach neuen Entlohnungsstrukturen bereits vor dem G-20-Gipfel nachzukommen. So haben sich Goldman Sachs und JP Morgan gegen langjährige Kontrakte mit Garantieboni ausgesprochen. Und in der Schweiz haben die beiden Großbanken Credit Suisse und UBS ihre Bonussysteme reformiert, noch bevor die Finanzmarktaufsicht Finma ihre Leitlinien dazu veröffentlichte. Die UBS hat ein Malus-System eingeführt, um auch Misserfolge zu sanktionieren. Die Credit Suisse kam sogar auf die Idee, die Bezahlung der Top-Banker an die Wertentwicklung der illiquiden Kreditprodukte zu koppeln, die für die Finanzkrise verantwortlich gemacht werden. Die Papiere haben allerdings seit Januar um 18 Prozent zugelegt. "Wir halten das für ein verantwortungsvolles Instrument, um das Topmanagement an den Risiken zu beteiligen", sagte CS-Chef Brady Dougan der Neuen Züricher Zeitung.