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Gefahr für Osteuropa: Griechische Banken können Kettenreaktion auslösen

Wenn die griechischen Banken Mittel aus ihren osteuropäischen Töchtern abziehen müssen, könnten vor allem österreichische Geldhäuser stark unter Druck geraten. Das könnte eine gefährliche Kettenreaktion auslösen.

Die griechischen Banken könnten eine Kettenreaktion auslösen. Quelle: dpa
Die griechischen Banken könnten eine Kettenreaktion auslösen. Quelle: dpa

WIEN HB. Die griechischen Banken können eine gefährliche Kettenreaktion in Osteuropa auslösen. Spitzt sich die Situation in Griechenland weiter zu, könnten die National Bank of Greece, Eurobank EFG und Piräus Bank dazu gezwungen sein, Geld von ihren osteuropäischen Töchtern abzuziehen und in die Heimat zu schicken. Vor allem im Finanz- und Bankensystem von Bulgarien und Rumänien würde ein solcher Rückzug für massive Probleme sorgen. Andere Kreditinstitute würden dann in Mitleidenschaft geraten, allen voran die österreichischen Geldhäuser, die wichtigsten Banken in der gesamten Region.

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„Wir müssen die weitere Entwicklung in Griechenland genau beobachten“, sagt Peter Sanfey, einer der führenden Ökonomen der Osteuropa-Entwicklungsbank EBRD in London. Sein Argument: Griechische Banken sind in Südosteuropa besonders aktiv, ein Rückzug hätte ungeahnte Folgen für Unternehmen und Wirtschaft. Im unmittelbar angrenzenden Bulgarien sind die großen griechischen Banken eine echte Macht. Dort kommen sie auf einen Marktanteil von etwa 30 Prozent. In Rumänien und in Serbien sind es immerhin noch an die zehn Prozent.

Die Rating-Agenturen Moody's und Fitch beobachten die weitere Entwicklung der griechischen Banken bereits mit Argusaugen. Moody's hat die vor allem in Bulgarien starke Piräus Bank in der vergangenen Woche „auf Beobachtung mit negativem Ausblick“ gesetzt. Die Finanzexperten haben Zweifel daran, ob das Mutterhaus in Griechenland seine bulgarische Tochter ausreichend finanzieren kann und will. Fitch sieht Probleme in ganz Bulgarien. „Das Land hat ein ziemlich großes Bankensystem für sein niedriges Einkommensniveau“, unterstreicht Fitch-Osteuropa-Spezialist Edward Parker. Die Banken dort bräuchten unbedingt die finanzielle Unterstützung ihrer Mutterhäuser, um die verhältnismäßig starke Kreditexpansion mit Eigenkapital abdecken zu können.

Die griechischen Banken seien bei ihrer Expansion in Südosteuropa vergleichsweise aggressiv vorgegangen, konstatiert Christian Keller von Barclays Capital in London. Unkalkulierbar sind die Risiken heute dadurch, dass die Politik kräftig mitspielt: Bereits im vergangenen Jahr hatte die griechische Regierung die Großbanken des Landes aufgefordert, dass sie die geleisteten Staatshilfen nicht zur Kapitalaufstockung ihrer ausländischen Töchter verwenden dürften.

Die Österreichische Nationalbank (ÖNB) hat genau im Blick, was derzeit mit den griechischen Banken und deren osteuropäischen Töchtern geschieht. Ein ÖNB-Sprecher warnte zwar vor voreiligen Schlussfolgerungen, eine unmittelbare Gefährdung gebe es nicht. Gleichwohl hänge in den nächsten Wochen viel davon ab, dass die griechische Regierung tatsächlich ihr Sparprogramm umsetzt und so die Banken aus der Schusslinie nimmt.

Eine völlige Entwarnung bei den eigenen Kreditinstituten des Landes will die Österreichische Nationalbank auch jetzt nicht geben. In einem Gutachten für das Wiener Finanzministerium hat die ÖNB erst vor zwei Wochen davor gewarnt, dass die österreichischen Banken im internationalen Vergleich tendenziell eher schwächer mit Eigenkapital ausgestattet sind und mit großer Sicherheit einen zweistelligen Milliardenbetrag zusätzlich brauchen werden.

„Natürlich wären österreichische Banken wieder betroffen“, sagte Osteuropa-Experte Zdenek Lukas vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Die drei Wiener Geldhäuser Bank Austria, Raiffeisen und Erste Bank gehören zu den exponiertesten Kreditgebern in der gesamten Region. Nach Angaben der ÖNB hatten Österreichs Banken Ende 2009 in Bulgarien, Rumänien und Serbien Kredite und andere offenen Forderungen von etwa 35 Milliarden Euro.

IWF-Hilfen beruhigten die Märkte

Vor einem Jahr mussten die Banken aus Österreich schon einmal eine Kettenreaktion in Osteuropa fürchten. Damals ging die Gefahr allerdings weniger von griechischen Banken aus. Es drohte ein Staatsbankrott einiger osteuropäischer Länder wie Ungarn, Lettland und Rumänien, der die großen Banken in Wien massiv unter Druck gesetzt hätte. Erst zweistellige Milliardenhilfen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU brachten Ruhe in das Finanzsystem.

  • 08.03.2010, 12:49 UhrAnonymer Benutzer: Leertasche

    PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
    Scheint ein Problem Österreichs zu sein. So hat eben jedes Land seine Sorgen. Und intelligente Regierungen haben wir doch in jedem europäischen Land, oder? - Wäre es ein deutsches Problem, dann dürften wir auf keinen Fall den Westerwelle nach bulgarien oder Rumänien schicken, den Waigel auch nicht und erst recht nicht den blüm. Aber den Stoiber vielleicht, der hat da so seine Möglichkeiten (bewiesen)...

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