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Gefahren der Regulierung: Das Schattenreich der Finanzindustrie

Die staatliche Regulierung der Banken treibt Billionen von Dollar in dunkle Kanäle des Weltfinanzsstems – in Hedge-Fonds, Private-Equity-Firmen oder Zweckgesellschaften. Jetzt schlägt sogar Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Alarm.

von R. Benders, R. Landgraf, T. Riecke und M. Maisch
Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Selbst Banker warnen vor unregulierten Bereichen. Quelle: DAPD
Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Selbst Banker warnen vor unregulierten Bereichen. Quelle: DAPD

NEW YORK/FRANKFURT/DAVOS. Noch nie waren sich die Repräsentanten der wichtigsten 20 Industrie- und Schwellenländer so einig. Am 2. April 2009 feierte die G20 in London den „Durchbruch“ im Kampf gegen die Ursache der Finanzkrise. „Kein Produkt und kein Akteur des Finanzmarkts soll künftig mehr unreguliert oder unbeaufsichtigt sein“, hieß es im Abschlusskommuniqué des Gipfeltreffens.

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Die dramatischen Folgen der Krise hatten die Politiker zusammengeschweißt. In London steckten sie den Rahmen für die Neuordnung der Finanzwelt ab. Den Ankündigungen folgten Taten: Die Banken müssen künftig mehr Eigenkapital einbehalten und einen größeren Teil von Verbriefungen – also Krediten, die in Wertpapiere verpackt wurden – in den eigenen Büchern halten. In den USA sind den Banken beim risikoreichen Eigenhandel mit Wertpapieren überdies enge Grenzen gesetzt.

Die Politiker übersahen eine gravierende Nebenwirkung ihrer Regulierungsarbeit. Je stärker sie den Bankensektor zähmten, desto mehr Geld wechselte in sogenannte Schattenbanken – in Hedge-Fonds, Private-Equity-Firmen oder Zweckgesellschaften. Allein in den USA belaufen sich nach Angaben der US-Notenbank die Verbindlichkeiten der Schattenbanken auf 15,3 Billionen Dollar – was in etwa der gesamten Staatsverschuldung der USA entspricht. Im traditionellen Bankensektor sind es nur 12,9 Billionen Dollar. Für Europa gibt es keine vergleichbaren Zahlen.

Banker warnen vor dieser Entwicklung. "Als Folge all der aufsichtsrechtlichen Veränderungen haben wir haben einen unregulierten Bereich, dem mehr und mehr Bedeutung zukommt", klagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Donnerstag in einem Interview mit Bloomberg News am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Eines Tages werde festgestellt, dass die systemischen Herausforderungen so groß sind, dass der unregulierte Sektor gerettet oder zumindest unterstützt werden müsse, sagte Ackermann voraus.

Hedgefonds haben sich der neuen Bankenregulierung, mit der eine neue weltweite Finanzkrise verhindert werden soll, bislang weitgehend entzogen. Mit seiner Warnung stößt Ackermann in das gleiche Horn wie der frühere US-Finanzminister Lawrence Summers. Dieser hatte in Davos gesagt, die Aufsichtsbehörden hätten Problemen nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet, die in "einem großen, weniger gesunden Freibeuter-Sektor" entstehen könnten. Auch Gary Cohn, Präsident der US-Investmentbank Goldman Sachs warnt: „Die größte Gefahr für die Finanzstabilität ist die Verschiebung der Risiken aus dem kontrollierten Bankensektor in die kaum regulierten Schattenbanken.“

  • 28.01.2011, 18:50 UhrAnonymer Benutzer: Gerd Kintzel

    @ k.h.a.

    ich gebe ihnen mit ihrer Einschätzung, insbesondere des letzten Satzes, absolut recht.

    Ein altes deutsches Sprichwort sagt: "Gelegenheit macht Diebe." Und genau hier liegt das Problem. Ackermann träumt doch immer noch auf das Erreichen einer Gewinnquote von 25% bezogen auf das Eigenkapital. Die kann er aber mit normalen Geschäftsvorgängen nicht erreichen - also beteiligt er sich wieder an diesem globalen Roulette und finanziert in voller Kenntnis der Risiken die von ihm gescholtenen Finanzunternehmen.

    Deshalb sollte man ihm und seinen Kollegen klipp und klar sagen: bringt ihr die Märkte noch einmal in eine derartig maligne Situation, haftet ihr nicht nur mit eurem gesamten Vermögen, sondern geht für euer bewußt verantwortungsloses Verhalten der gesamten Gesellschaft gegenüber in den Knast.

    Anders kommt man diesen Hasardeuren doch nicht mehr bei.

  • 28.01.2011, 18:50 UhrAnonymer Benutzer: Sie verkauften ihre Seelen dem Fürst des Schattens

    Wer weiß, wo ihre Seelen hinkommen werden.

    „Erst wenn der letzte baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann.''

  • 28.01.2011, 18:08 UhrAnonymer Benutzer: Geldmengenvermehrung ist Enteignung

    Die Lösung geht durch honorieren ehrlicher Arbeit und schaffung eines Wertespeichers die die Mühen der Leute "währt". Es steht auf den scheingeldern von heute (Geldschein offiziell) nicht was sie "währen" (Währung)".
    Dazu gehört die Abschaffung des fractional reserve systems: d.h banken dürfen nur soviel Geld leihen wie sie Anlagen gesammelt haben und nicht ein vielfaches. (blasenbildung verhinderung)
    Einführung des Goldstandardes damit der Wert von Ersparnissen gewährt bleibt, unter anderem Gold und Silbermünzen wieder als Zahlungsmittel wie es gerade in 10 US bundesstaaten eingeführt worden ist und in der US Verfassung angegeben ist legalisieren.
    Sonst noch fragen ??
    • “Das moderne bankwesen stellt Geld aus dem Nichts her. Der Vorgang ist vielleicht der verblüffendste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde.
    Das bankwesen wurde ersonnen im Frevel und geboren in Sünde.
    bankiers besitzen die Welt. Nimm sie ihnen und laß ihnen die Macht, Geld zu erschaffen, und mit einem Federstrich werden sie genug Geld haben, um sie wieder zurückzukaufen…. Nimm ihnen die Macht, und alle großen Vermögen wie meines werden verschwinden, und sie sollten verschwinden, denn so wäre dies eine bessere und fröhlichere Welt.
    Aber wenn du weiterhin Sklave der banken sein willst, und den Preis deiner eigenen Versklavung bezahlen willst, dann lasse die bankiers weiter Geld erschaffen und Kredite kontrollieren.”
    (Sir Josiah Stamp, Direktor der bank of England, 1928-1941)
    • Die Finanzpolitik des Wohlfahrtstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, dass hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die "versteckte" Einteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte.
    Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die befürworter des Wohlfahrtstaates gegen den Goldstandard sind. (Allan Greenspan 1966 Gold und Wirtschaftliche Freiheit)

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