
MAILAND. Die Staatsanwaltschaf prüft Konten, die auf den Namen des Ior (Istituto Opere di Religione – Institut für religiöse Werke) eingetragen sind, bei denen aber unklar ist, welche Personen dahinterstehen. Das Ior hat die Konten 2003 bei der Banca di Roma eröffnet. Sie gehörte damals noch zur Capitalia-Gruppe, bevor Unicredit Capitalia 2007 übernahm.
Über die Konten sind laut Medienberichten rund 60 Millionen Euro jährlich geflossen, deren Herkunft unklar ist. Das Ior könnte die Bank theoretisch als Vehikel genutzt haben, um Geld zu waschen. Das Ior selbst ist eine der undurchsichtigsten Banken der Welt. Mit Sitz im Vatikanstaat agiert die Vatikanbank als Offshore-Bank jenseits der Kontrollen der Banca d'Italia. Aber die Unicredit-Filiale, die das Ior genutzt hat, liegt vor den Mauern des Vatikans und damit auf italienischem Boden. Unicredit will sich zu laufenden Ermittlungen nicht äußern.
Es ist nicht der erste Skandal
Für die Vatikanbank wäre es nicht das erste Mal, dass sie mit Geldwäsche in Verbindung gebracht wird. In der 67-jährigen Geschichte hat das Ior mehrfach mit Skandalen von sich reden gemacht. Unter der Führung von Paul Marcinkus etwa war die Bank mit der Banco Ambrosiano von Roberto Calvi verwickelt, die wiederum Geld der Mafia wusch. Calvi spekulierte mit den Millionen des Vatikans, machte sich aber beim Papst Johannes Paul II. beliebt, weil er die Gewerkschaft Solidarnosc in Polen mit Geld versorgte. Letztlich verspekulierte sich Calvi jedoch und saß auf Milliardenschulden, bevor man ihn 1982 erhängt unter der Londoner Blackfriars Bridge fand. Obwohl die Szene nach Selbstmord aussah, schloss die Staatsanwaltschaft einen Mord nicht aus. Marcinkus wurde dank seines Diplomatenpasses von der Justiz nicht belangt. Marcinkus' Nachfolger Angelo Caloia trat 1989 an. Im September 2009 übernahm Ettore Gotti Tedeschi die Führung.
Genau! Sonst heißt's nachher wieder die Deutschen sind an allem Schuld ;)
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