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Gelockerte Lizenzvergabe: Warum Indien die Banker magisch anzieht

Bisher galt Indien für ausländische Banken als ein uneinnehmbares Bollwerk. Nun will die Reserve Bank of India will die Lizenzvergabe im Land lockern. Darauf hoffte die Deutsche Bank seit Jahren. Jetzt kann sie dort schneller expandieren.

Die indische Zentralbank will die Vorgaben für ausländische Banken lockern. Quelle: Reuters
Die indische Zentralbank will die Vorgaben für ausländische Banken lockern. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF/NEU DELHI. Das lukrative Geschäft der Deutschen Bank mit Indiens Millionären bekommt voraussichtlich einen kräftigen Schub. Die indische Zentralbank will die strengen Regeln lockern, mit denen sie die heimischen Institute vor der Konkurrenz aus dem Ausland schützt. So sollen ausländische Banken künftig leichter die Lizenzen zum Ausbau ihres Filialnetzes bekommen und dürfen Anleihen in Rupien ausgeben. Das gibt ihnen erstmals die Möglichkeit, sich am indischen Kapitalmarkt zu refinanzieren.

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Die Deutsche Bank hofft seit Jahren auf den Abbau der hohen Marktbarrieren für ausländische Institute - das Privatkundengeschäft in Indien ist sehr profitabel. Sie würde deshalb gerne viel schneller expandieren und mehr Zweigstellen eröffnen als in der Vergangenheit erlaubt. "Unsere Asienstrategie im Privatkundenbereich fokussiert sich im Wesentlichen auf die beiden Märkte Indien und China", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank.

Bisher ist Indien für ausländische Banken ein fast uneinnehmbares Bollwerk. Das liegt an der restriktiven Genehmigung neuer Zweigstellen durch die Reserve Bank of India (RBI). So durften 2010 die 34 ausländischen Banken, darunter Standard Chartered, HSBC und Citibank, in Indien insgesamt nur 15 neue Filialen eröffnen. Die Deutsche Bank bekam zwei Lizenzen zugesprochen. Damit hat sie jetzt 15 Filialen für ihre 420 000 indischen Privatkunden. "Wir wollen deutlich schneller wachsen", sagte ein Manager des Frankfurter Instituts.

Der Wunsch dürfte bald in Erfül-lung gehen, glaubt Ashvin Parekh, Finanzmarktexperte der Unterneh-mensberatung Ernst & Young in Bombay. Von den Plänen der RBI würden vor allem ausländische Banken profitieren, die schon seit längerem in Indien tätig seien. "Die Deutsche Bank gehört mit Sicherheit dazu", betonte Parekh, der zu den Beratern der Zentralbank für das neue Regelwerk gehörte. Doch die geplante Lockerung hat für die Deutsche Bank auch einen Preis, wie aus dem vor wenigen Tagen von der RBI veröffentlichten Reformentwurf hervorgeht. Sie darf das Indiengeschäft nicht mehr von der Frankfurter Zentrale aus betreiben, sondern muss eine eigenständige Tochtergesellschaft gründen.

Die RBI will damit mehr Kontrolle über die ausländischen Institute und ihre Geschäftspraxis bekommen. Sie sollen gleich behandelt werden wie indische Banken. Das bedeutet unter anderem, dass sie die strengen Eigenkapitalvorschriften in Indien beachten und ihre Präsenz in den ländlichen Regionen ausweiten müssen. Die Deutsche Bank hat sich bisher auf die großen Metropolen wie Delhi, Bombay und Bangalore konzentriert.

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