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Geschäftsbericht: Dresdner-Vorstände kassieren kräftig ab

Weltweit tobt eine hitzige Diskussion über Managerbezahlung in der Krise. Diese Zahlen liefern ihr neues Futter: Während die Vorstände der Commerzbank im vergangenen Jahr 4,3 Millionen Euro, und die der Deutschen Bank 4,5 Millionen Euro verdient haben, kassierten die Top-Manager der deutlich schlechter dastehenden Dresdner Bank mehr als das Siebenfache - Abfindungen nicht mitgerechnet.

Bei der Dresdner Bank verdient man als Vorstand über das Zehnfache wie bei der großen Mutter. Quelle: dpa
Bei der Dresdner Bank verdient man als Vorstand über das Zehnfache wie bei der großen Mutter. Quelle: dpa

FRANKFURT. Die Spitzenmanager der Dresdner Bank haben 2008 trotz Milliardenverlusten weit mehr verdient als jeder andere Bankvorstand in Deutschland. Laut Geschäftsbericht des mittlerweile zur Commerzbank gehörenden Instituts kassierten die zeitweise neun Vorstände gut 58 Mio. Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Größter Posten waren Abfindungen von mehr als 24 Mio. Euro - keiner der Dresdner-Vorstände wird nach der Integration des Instituts in die Commerzbank weiterbeschäftigt. Die Abfindungen herausgerechnet flossen den Dresdner-Vorständen immer noch 34 Mio. Euro und damit mehr als sieben Mal so viel zu wie den Kollegen der beiden größten deutschen Banken.

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Zum Vergleich: Die Vorstände der Deutschen Bank verdienten 2008 4,5 Mio. Euro. Bei der Commerzbank bedeuteten 4,3 Mio. Euro 65 Prozent weniger als 2007, als noch 12,4 Mio. Euro ausgeschüttet wurden.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die hohen Abfindungen und Gehaltszahlungen an Manager der Dresdner Bank scharf kritisiert. "Mit solch einem unanständigen Verhalten fügen diese Leute, die zur wirtschaftlichen Elite unseres Landes gehören wollen, unserem Gesellschaftssystem schweren Schaden zu", sagte Steinbrück der "Bild"-Zeitung. "Ich habe dafür keinerlei Verständnis."

Weltweit ist eine hitzige Debatte über Bonuszahlungen an Banker entbrannt, die für Milliardenverluste verantwortlich sind. In den USA wird gar über eine Strafsteuer nachgedacht, um die Gelder bei staatlich gestützten Instituten wieder zurückzuholen.

Laut Finanzkreisen hatten die Spitzenmanager der Dresdner Bank teils noch langlaufende Verträge, die vorzeitig aufgelöst wurden. Der Leiter der für Milliardenabschreibungen verantwortlichen Investmentbank Dresdner Kleinwort, Stefan Jentzsch, soll demnach mit acht Mio. Euro die höchste Abfindungssumme eingestrichen haben.

Vorstandschef Herbert Walter habe weniger als die Hälfte bekommen, sagte ein Insider. Die Bank und die damalige Mutter Allianz äußerten sich nicht zu den Einzelsummen. Im vergangenen Jahr fuhr das Geldhaus wegen massiver Abschreibungen im Investmentbanking einen Verlust nach Steuern von mehr als sechs Mrd. Euro ein - mehr als jede andere deutsche Bank 2008 verkraften musste.

Fast 13 Mio. Euro der Bezüge entfallen dem Bericht zufolge auf "kurzfristig fällige Leistungen", was unter anderem Festgehalt und Boni umfasst. Einige Vorstände hatten anders als Walter trotz der höchsten Verluste in der Geschichte der Bank nicht auf ihren Bonus verzichtet. Weitere 19 Mio. Euro sind aktienbasierte Vergütungen.

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