
Frankfurt/DüsseldorfDie Deutsche Bank hat Anleger mit einem Vorsteuerverlust von 351 Millionen Euro im Schlussquartal schockiert, nach einem Gewinn von 707 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Dafür verantwortlich ist ausgerechnet die Investmentbanksparte des designierten Instituts-Co-Chefs Anshu Jain. Sie erwirtschaftete im vierten Quartal wegen herber Einbußen im Anleihe- und Aktiengeschäft ein Minus von 422 Millionen Euro. Vor einem Jahr erzielte sie noch einen Gewinn von 603 Millionen.
Für Rechtsstreitigkeiten vor allem wegen umstrittener Hypothekengeschäfte in den USA legte Deutschlands größte Bank 380 Millionen Euro zurück, was das Ergebnis zusätzlich belastete. Damit hat auch das Bild von Chef-Investmentbanker Jain einen Kratzer bekommen. Der „indische Bond-Junkie“ war mit seiner Londoner Mannschaft in der Vergangenheit der Star im Konzern, regelmäßig lieferte er den Löwenanteil der Gewinne ab. Bis auf weiteres muss er sich nun mit weniger zufriedengeben. Im Gesamtjahr ging der Vorsteuergewinn seiner Sparte um mehr als 40 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Vom Investment-Banking ist die Bank zum Leidwesen der Ratingagenturen nach wie vor sehr abhängig.
Doch bei anderen europäischen Häusern, die in den nächsten Tagen mit ihren Zahlen folgen, dürfte sich ein ähnliches Bild zeigen. Experten von Credit Suisse schätzen, dass die Institute im Investment-Banking im vierten Quartal noch mal 15 Prozent weniger eingenommen haben als bereits im schwachen dritten Vierteljahr. Bei den großen US-Instituten betrug das Minus fünf Prozent. Die europäischen Häuser sind stärker am hiesigen Anleihe-Markt aktiv, wo in der zweiten Jahreshälfte so gut wie nichts mehr ging.
Auch wenn der Deutschen Bank wegen einer Steuergutschrift unter dem Strich ein Quartalsgewinn von 147 Millionen Euro blieb - ein Viertel des Wertes im Jahr zuvor - wirft das Ergebnis doch einen Schatten auf die Bilanz des scheidenden Chefs Josef Ackermann. Eigentlich wollte der Schweizer für 2011 einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern präsentieren.
Tatsächlich erreicht hat er mit 5,4 Milliarden Euro lediglich gut die Hälfte. Das ist zwar über ein Drittel mehr als 2010, aber fast eineinhalb Milliarden Euro weniger als Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich blieben dem Geldhaus 4,3 Milliarden Euro, dank Steuereffekten ein Plus von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aktionäre werden von der Steigerung nicht in Form einer höheren Dividende profitieren. Diese soll bei 0,75 Euro je Aktie bleiben.
"Das anhaltend schwierige Marktumfeld führte zu einem Verlust im Investment-Banking. Dagegen konnten die drei anderen Sparten ihren Vorsteuergewinn verbessern: Global Transaction Banking , Asset&Wealth Management und Private&Business Clients unverändert 227 Mio Euro trotz Abschreibungen auf griechische Staatsbonds.
Dies demonstriert, dass die Deutsche Bank mittlerweile so gut aufgestellt ist, dass das Geschäftsmodell in Zeiten normalisierter Märkte Milliardengewinne generieren kann."
"Der Grund für die schwache Einnahmen-Entwicklung ist vor allem das schlechter als erwartete Abschneiden im Investmentbanking. Besonders der Verkauf und Handel mit Aktien und Anleihen lief deutlich schlechter als erwartet. Das Vorsteuerergebnis wurde durch Sonderbelastungen von einer Milliarde Euro für Rechtsstreitigkeiten und Wertberichtigungen belastet. Aber auch wenn man diese Einmal-Belastungen herausrechnet, lagen die Zahlen unter den Erwartungen.
Insgesamt hat die Deutsche Bank im vierten Quartal schwache Zahlen vorgelegt und besonders im Investmentbanking enttäuscht."
"Die Zahlen sind nicht so gut: Das Ergebnis ist eine Katastrophe. Es hat operative Abschwächungen gegeben im Investmentbanking. Aber wenn man die unerwarteten Faktoren rausrechnet, liegt das Ergebnis ungefähr auf dem Niveau der Analystenschätzungen. Die Deutsche Bank will eine Dividende zahlen. Das ist gut und war nicht unbedingt zu erwarten."
"Der Verlust im Investmentbanking von 500 Millionen Euro ist ein ziemlich schlechtes Ergebnis. Aber die Märkte sind auch dramatisch zurückgegangen. Zweitens hat die Deutsche Bank Sonderbelastungen geschultert. Man will Risiken abbauen. Niemand hat erwartet, dass das vierte Quartal gut wird. Zudem wurden einige Sonderbelastungen in das Quartal gepackt. Da wurde vorsichtig bilanziert. Eigentlich würde man denken, dass Ackermann ein gutes viertes Quartal präsentieren will zu seinem Abgang, daher glaube ich nicht, dass man da klar Schiff gemacht hat.
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Deutsche Bank im ersten und zweiten Quartal 2012 im Investmentbanking zu den Ergebnissen der Vorjahre zurückkehren wird. Die Rentabilität der Deutschen Bank wird erst mal gedämpft bleiben."
Ackermann
Heute möchte ich den Kommentar von "brahmane" vorrangig empfehlen, weil er erkannt hat, worum es bei der Deutschen Bank bis Mai gehen wird. Brahmane, gut das Asset Management beobachten, siehe auch dazu www.institutional money.com und "the Times London".
GLORIA IN EXCELSIS DEO
Den Artikel so voller Pathos hinzupinnen, donnerlütt, muß der Raum voller Weihrauch und Myrrhe gewesen sein.
Gute Vorsätze sind ja nicht schlecht. Hätte da noch welche: Nie wieder sich eine Geburtstagsparty vom Bundeskanzleramt schenken lassen. Nie wieder Spielkasinos in Übersee kaufen. Nie wieder in solch erbärmlichen Ausmaß verantwortlich zocken lassen. Nie wieder einen Zocker zum Chef ..., ähh, ähh, .. blupp!
So ist das halt in der "Zockersparte". Mal gewinnt man, mal verliert man. Hauptsache der Bonus stimmt.
Verloren ist ja das Geld der Anderen, bzw. verloren ist gar nichts. Es haben nur Andere!
8 Kommentare
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