
MÜNCHEN. In diesem Jahr dürfte der Gewinn des weltgrößten Rückversicherers bereits wieder sinken. Verantwortlich dafür ist auch der hartnäckige Preisdruck in der Branche.
Für 2009 konnte der Konzern am Dienstag starke Zahlen präsentieren. Der Gewinn legte - trotz eines anhaltend schwierigen Umfelds - von 1,6 auf knapp 2,6 Mrd. Euro zu. Das war mehr, als Analysten erwartet hatten. Damit übertraf Munich Re trotz der schwierigen Märkte ihr Ziel einer Rendite von 15 Prozent nach Steuern auf das risikogewichtete Eigenkapital leicht. "Munich Re ist wohl die beste Versicherungsfirma weltweit - in guten wie in schlechten Zeiten", lobte Unicredit-Analyst Luis Maglanoc. Auch Finanzvorstand Jörg Schneider erklärte, der Konzern habe in schweren Zeiten "Ertragsstärke und Beständigkeit" bewiesen. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende wird von 5,50 auf 5,75 Euro angehoben. Die gebuchten Bruttobeiträge des Gesamtkonzerns stiegen im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf 41,4 Mrd. Euro.
Deutlich besser als die Konkurrenz
Für Euphorie sieht die Munich Re aber keinen Anlass. Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen profitierte der Konzern im vergangenen Jahr von der Erholung an den Finanzmärkten. Das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich um gut ein Drittel auf fast acht Mrd. Euro. Hinzu kam eine ungewöhnlich geringe Belastung durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr. Schneider drückte es so aus: Der Gewinnanstieg sei "ein Stück weit begünstigt durch Mutter Natur".
Eine ruhige Hurrikan-Saison aber ist für 2010 nicht garantiert. Hinzu kommt, dass der Druck auf die Preise weiter besteht. Ursprünglich hatte die Munich Re gehofft, dass die Finanzkrise dazu führt, dass bei den Kunden der Bedarf steigt, Risiken abzugeben. Hier sollte der Münchener Konzern, der sich in der Krise deutlich besser geschlagen hatte als die Konkurrenz, mit seiner grundsoliden Bilanz ins Spiel kommen. "Wir hatten erwartet, dass wir aus der relativen Stärke heraus viel machen können", sagte Schneider.
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