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Gewinnwarnung: Abschreibungen vermiesen Société-Générale-Bilanz

Der Societe Generale machen neue Abschreibungen zu schaffen. Die französische Großbank rechnet für das abgelaufene Vierteljahr lediglich nur noch mit einem „leichten Gewinn“, während Analysten dem Institut im Schnitt fast eine Milliarde Euro zugetraut hatten.

Die Societe Generale muss eine Gewinnwarnung aussprechen. Quelle: dpa
Die Societe Generale muss eine Gewinnwarnung aussprechen. Quelle: dpa

PARIS. Die französische Société Générale hat am Mittwoch die Märkte mit einer Gewinnwarnung verschreckt. Das vierte Quartal habe sie „mit einem leichten Gewinn“ abgeschlossen, teilte die Bank mit. Analysten hatten mit einem Quartalsgewinn von rund 800 Mio. Euro gerechnet. Damit dürfte der Jahresgewinn am Ende kaum höher als die 457 Mio. Euro ausfallen, die die Bank netto in den ersten neun Monaten verdient hatte. Börsianer fürchteten weitere Hiobsbotschaften von anderen Instituten und verkauften am Mittwoch die Titel der Branche.

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Die Bank begründete das enttäuschende Ergebnis zum einen mit einer Abschreibung von 1,4 Mrd. Euro auf Wertpapiere mit Bezug zum US-Immobilienmarkt. Ferner seien die Umsätze des Investment-Bankings im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal rückläufig, „vor allem im Bereich Fixed Income“, dem Geschäft mit Anleihen und strukturierten Produkten. Die Aktie der Société Générale war mit einem Minus von rund vier Prozent Tagesverlierer im Leitindex Cac40 und zog andere Bankwerte mit nach unten.

Gut anderthalb Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise hatten Investoren die Hoffnung, dass bei Abschreibungen auf Risikowertpapiere wie CDOs (Collateralized Debt Obligations) das Schlimmste vorüber sei. Analysten zeigten sich aber nicht beunruhigt. „Das ist vermutlich ein spezifisches Problem der Société Générale“, kommentierten Merrill-Lynch-Analysten. Die Experten von CM-CIC Securities vermuten, dass die Bank die Bilanzbereinigung beschleunigen wolle. „Wir haben unsere Bewertungsmaßstäbe verschärft“, erklärte Société-Générale-Finanzchef Didier Valet die unerwartet hohe Wertkorrektur.

Die Großbank hatte vor kurzem ihre Risiko-Aktiva von 37 Mrd. Euro in eine eigene Struktur ausgegliedert – auch andere Banken wie Natixis oder Crédit Agricole haben ihre Schrottpapiere in eigenen Giftmülldepots gebündelt und nehmen hierauf regelmäßig Abschreibungen vor.

Was Analysten nun irritiert: Bei der Société Générale waren diese Wertkorrekturen bisher immer rückläufig. Im ersten Quartal fielen 1,8 Mrd. Euro an, im zweiten 1,7 Mrd. Euro und im dritten 751 Mio. Euro. Nun präsentiert die Bank mit der Abschreibung von 1,4 Mrd. Euro im vierten Quartal einen Ausreißer. Crédit Agricole hat in den ersten neun Monaten 1,1 Mrd. Euro auf seinen toxischen Wertpapierbestand abgeschrieben.

Die meisten Banken tragen langsam, aber sicher ihren Giftmüllberg ab. Bisher fiel das im Zahlenwerk nicht weiter auf, da gute Geschäfte die Belastungen übertünchten. Bei Société Générale fängt nun aber der Gewinnmotor des Investment-Bankings an zu stottern. Investoren hätten sich im Anleihegeschäft zurückgehalten, teilte die Bank mit. Daher schlagen die Wertkorrekturen nun härter durch. „Der Rückgang im Investment-Banking ist indes keine Überraschung“, sagte Pierre Flabbée vom Broker Kepler. „Davon werden auch andere Banken betroffen sein. Erste Indikationen erwarten wir dazu von den US-Banken und Playern wie der Deutschen Bank und Credit Suisse“, sagte er.

Mit der Schwäche im Investment-Banking dürfte die Société Générale nicht allein dastehen. Mit der Höhe ihrer Sonderabschreibungen indes schon. BNP Paribas und Crédit Agricole wollten keinen Kommentar abgeben. Finanzkreise verweisen indes darauf, dass BNP Paribas im vierten Quartal 2008 als Erste die Alarmglocken zu Krisenlasten hatte läuten lassen. Nun schweigt die größte Bank Frankreichs. Das dürfte ein gutes Zeichen sein.

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