
FRANKFURT LONDON BERLIN NEW YORK. Erst wenige Tage ist es her, dass Goldman Sachs den spektakulären Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC verkündete. Die Investmentbank zahlt 550 Mio. Dollar, die Aufseher lassen im Gegenzug ihre Klage wegen Betrugs fallen – ein Ablasshandel, der selbst die Wall Street überrascht hat; niemals zuvor hat die SEC eine höhere Strafe verhängt. Doch heraus aus den Schlagzeilen ist Goldman Sachs damit noch lange nicht.
Ärger droht vor allem in Großbritannien. Dort wird im sogenannten Abacus-Skandal weiter gegen Goldman Sachs ermittelt. Während die SEC mit dem Vergleich zufrieden ist, wolle die britische Finanzaufsicht FSA ihre Untersuchungen zu Ende führen, heißt es in Finanzkreisen. In dem Verfahren geht es um ein komplexes Finanzprodukt namens Abacus.
250 Mio. Dollar gehen an geschädigte Anleger
Die US-Investmentbank, so der Vorwurf, hätte ihren Anlegern wichtige Informationen über dieses verlustträchtige Produkt vorenthalten. So war bei dessen Zusammenstellung ein Hedge-Fonds-Manager beteiligt, der zugleich gegen Abacus wettete. Goldman Sachs räumte ein, dass der Verkaufsprospekt „unvollständige Informationen“ enthalten habe. Von den 550 Mio. Dollar Strafe, die Goldman in den USA bezahlt, gehen 250 Mio. Dollar an geschädigte Anleger.
Der Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum begrüßte die Strafe für Goldman Sachs. „Die hohe Strafzahlung zeigt, dass man sich auch von einer mächtigen Investmentbank nicht einschüchtern lassen muss“, sagte er dem Handelsblatt. Ihm geht die Strafe aber nicht weit genug: „Goldman Sachs darf jetzt nicht für diese halbe Milliarde US-Dollar aus der Verantwortung gelassen werden“, findet Nußbaum. Er sei jedenfalls froh, dass das Land Berlin nichts mehr mit Goldman Sachs und den Finanzpraktiken der Bank zu tun habe. Nußbaum hatte bereits im April, als die SEC-Ermittlungen bekannt wurden, angekündigt, keine Geschäfte mehr mit der Bank machen zu wollen. „Banker, die nach eigener Aussage ihres Deutschlandstatthalters jegliche Verantwortung für das Gemeinwohl zurückweisen, sind in meinen Augen keine akzeptablen Geschäftspartner“, sagte er.
In Großbritannien ist die Affäre auch juristisch noch nicht ausgestanden. Anders als die amerikanischen Aufseher schließt die FSA in aller Regel keine Vergleiche mit Verdächtigen. Sollten die Londoner Aufseher einen Verstoß gegen die britischen Vorschriften feststellen, können sie Goldman mit einer Geldbuße bestrafen – oder ein Berufsverbot gegen einzelne Mitarbeiter verhängen. Der Händler Fabrice Tourre, der den umstrittenen Deal organisiert hatte, arbeitete für die Londoner Goldman-Filiale. Seine Zulassung durch die FSA wurde auf Antrag der Bank ausgesetzt. Tourre bleibe weiter beurlaubt, heißt es bei Goldman.
"Der berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum begrüßte die Strafe für Goldman Sachs..."
Die deutschen Politiker sollen doch erst einmal vor der eigenen Tür kehren, bevor sie sich zu solchen Aussagen verleiten lassen. ich denke da nur an die HVb und den immobilienbetrug der ´90 iger Jahre. Die HVb Manager wurden in keiner Weise betraft, Nein, die HVb wurde sogar mit Steuergeldern unterstützt.... Dieser Massenbetrug wäre in den USA wahrscheinich viel härter betraft worden.
was hat denn louis defunes mit banken zu tun?
Arme opfer dem louis defunes hätt ich dass ganr nicht zugetraut!
2 Kommentare
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