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Größte Genossenschaftsbank: Die Apobank braucht eine Bad Bank

Die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) leidet massiv unter hohen Kapitalbelastungen aus ihrem Wertpapierportfolio. Deshalb sank die Kernkapitalquote der größten deutschen Genossenschaftsbank deutlich. Helfen soll nun eine Bad-Bank-Lösung, die genossenschaftliche Einlagensicherung muss einspringen.

Apobank-Chef Herbert Pfennig braucht mit seinem Institut Hilfe von den Genossen. Quelle: Pressebild
Apobank-Chef Herbert Pfennig braucht mit seinem Institut Hilfe von den Genossen. Quelle: Pressebild

yo/HB DÜSSELDORF. Die Genossenschaftsbanken müssen der krisengeschüttelten Apotheker- und Ärztebank unter die Arme greifen. Wegen der sinkenden Kreditwürdigkeit vieler komplexen Wertpapiere fiel die Kernkapitalquote der Apobank in den ersten sechs Monaten dieses Jahres von 8,7 auf 6,4 Prozent, wie Vorstandschef Herbert Pfennig sagte, was im Vergleich zu anderen Banken wenig ist. Ende Dezember lag die Kapitalausstattung noch bei 8,7 Prozent. Die Platzierung von Nachrangdarlehen im Volumen von 250 Mio. Euro und eine genossenschaftliche Bad-Bank-Lösung sollen nun den Kapitalschwund abfedern. Die Absicherung zweier strukturierter Wertpapiere durch die Einlagensicherung des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) werde das Eigenkapital der Bank um 120 Mio. Euro entlasten, sagte Pfennig. Damit schaufelt die größte genossenschaftliche Filialbank Eigenkapital frei, das derzeit wegen der Finanzkrise knapp ist.

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Pfennig betonte, die Aktion sei "weit unterhalb des Niveaus einer Stützungsmaßnahme". Sie sei für den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) mit keinen Risiken verbunden, weil nicht mit Ausfällen zu rechnen sei. Sollten dennoch Verluste entstehen, trage dies bis zu einer Höhe von 30 Millionen Euro die Apobank selbst. Erst danach wäre der BVR an der Reihe.

Dennoch müssen die Volks- und Raiffeisenbanken nun zum zweiten Mal in der Krise einem Institut des genossenschaftlichen Finanzverbunds zur Seite springen. Auch die DZ Bank wurde bereits vom BVR gestützt, jedoch in deutlich größerem Umfang mit einer Garantie von einer Milliarde Euro.

Die Maßnahmen der Apobank belegen, wie sehr das 16 Mrd. Euro schwere Wertpapier-Portfolio die einst extrem ertragsstarke Bank belasten. In den ersten sechs Monaten 2009 schrumpfte der Gewinn auf 7,6 Mio. Euro - nach 56,8 Mio. Euro im Vorjahr. Flankiert werden die Kapitalmaßnahmen zudem durch ein Sparprogramm: Die Auslagerung der IT soll jährlich einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag einsparen.

Bislang hatte die Bank bestriten, dass ihr Wertpapierportfolio ein größeres Problem sei. Auch am Donnerstag betonte Pfennig, dass er an die Qualität der Papiere glaube. Dennoch will er nun die besonders komplexen Wertpapiere aus dem Bestand, die ein Volumen von fünf Mrd. Euro haben, extern überprüfen lassen. Zudem schloss er nicht aus, dass die Apobank künftig weitere Wertpapiere über den BVR absichern wird. Auf die Frage hin, weshalb das Institut ein relativ kleines Wertpapierportfolio habe absichern lassen, sagte er: "Wir wollten das Produkt erproben." Er sagte auch, dass niemand wisse, was an Ratingherabstufungen in der Zukunft noch kommen werde.

Die auf Mediziner und Apotheker spezialisierte Apobank hat ein vergleichsweise großes Portfolio an Verbriefungen in ihrer Bilanz, nämlich fünf Mrd. Euro des 16 Mrd. Euro schweren Wertpapier-Portfolios. Weil Ratingagenturen derzeit in großem Stil die Bonität solcher Papiere schlechter bewerten, müssen Banken mehr Eigenkapital hierfür vorhalten. Das steht dann nicht mehr für das klassische Kreditgeschäft zur Verfügung steht. Bei der Apobank habe dieser Effekt im ersten Halbjahr schätzungsweise rund 900 Millionen Euro ausgemacht, sagte Pfennig. Bis 2014 könne das Portfolio voraussichtlich halbiert werden.

Die Krise schlug bei der Apobank im ersten Halbjahr tief ins Kontor: Unter dem Strich stand nur noch ein Gewinn von 7,6 Millionen Euro nach 56,8 Millionen Euro im Jahr zuvor. Provisions- und Zinsüberschuss gingen zurück. Die Risikovorsorge für Kredite musste sie dagegen anders als die meisten Banken kaum erhöhen, weil ihre Kunden - Apotheker und Ärzte - nicht so stark von der Konjunktur abhängig sind wie Firmenkunden.

Pfennig schloss nicht aus, dass die Bank im Gesamtjahr in die Verlustzone abrutscht. Operativ werde das zweite Halbjahr zwar vermutlich besser ausfallen als das erste. Es sei aber nicht abzusehen, wie sich die Entwicklung an den Kapitalmärkten auf die Ertragslage auswirke. "Das Ergebnis vom ersten Halbjahr lässt beides offen - einen Gewinn oder einen Verlust."

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