
STUTTGART. Die Schuldenkrise in Europa hat bei der größten deutschen Landesbank LBBW für tiefrote Zahlen gesorgt. Im zweiten Quartal machte das Institut rund 420 Mio. Euro Nettoverlust, nachdem im ersten Quartal noch ein Plus von 130 Mio. Euro erwirtschaftet werden konnte. Die bisherige vage Prognose, das Ergebnis zu verbessern, kassierte die LBBW deshalb ein. Deutliche Verbesserungen im Kundengeschäft wurden von massiven Abschreibungen in Höhe von 650 Mio. Euro auf Anleihen hochverschuldeter Staaten aufgefressen.
Das erschwert dem seit einem Jahr amtierenden Vorstandschef Hans-Jörg Vetter die Sanierung der öffentlich gestützten Landesbank Baden-Württemberg. Die Rahmenbedingungen machten das Vorhaben schwieriger, teilte Vetter mit. Für den weiteren Jahresverlauf erwartet er zwar eine leichte Beruhigung der Finanzmärkte. "Dennoch bleibt die Situation insgesamt angespannt", heißt es in der Mitteilung. Eine Geschäftsprognose sei daher derzeit nicht möglich. Zuletzt hatte Vetter für 2010 noch eine "erhebliche Verbesserung des Ergebnisses" in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr hatte die Bank 1,5 Mrd. Euro Verlust geschrieben.
In den ersten sechs Monaten 2010 setzte sich der Trend fort: Unter dem Strich stand ein Minus von 290 Mio. Euro. "Mit dem Halbjahresergebnis können wir nicht zufrieden sein, zeigt es doch die noch zu hohe Abhängigkeit von der Entwicklung der Finanzmärkte", räumte Vetter ein. Er verwies aber darauf, dass der Wertverlust auf die von der LBBW gehaltenen Staatsanleihen im ersten Halbjahr nur vorübergehend und mittlerweile zu einem großen Teil wieder aufgeholt sei.
Die LBBW ist in beträchtlichem Umfang in schuldengeplagten Ländern wie Spanien, Portugal oder Griechenland engagiert. "Es ist ein reiner Verlust in den Büchern. Mit diesem Jo-Jo-Effekt - an einem Tag rauf, am nächsten runter - müssen wir leben", sagte Peter Schneider, der Präsident der baden-württembergischen Sparkassen, die gut 40 Prozent an der LBBW halten.
Um künftig weniger von den schwankenden Finanzmärkten abhängig zu sein, will Vetter den Bestand an Staatsanleihen und Kreditersatzgeschäft zurückfahren. Bis zum Jahresende soll das Portfolio um sechs auf unter 60 Mrd. Euro schrumpfen. Den Marktschwankungen bleibt die Bank also dennoch stark ausgesetzt.
interessant wie unkritisch das Handelsblatt das Gesaber aus der LbbW-Presseabteilung ("lediglich buchhalterische Effekte") nachdruckt. Das es sich um einen buchhalterischen Effekt handelt mag zwar sachlich richtig sein. Dennoch zehren die GuV-Effekte dummerweise am Eigenkapital.
interessant ist die Hb-Wahrnehmung deshalb, weil diese Risiken bw. bei der WestLb (wo man zumindest bezogen auf die Verarbeitung der Finanzkrise) mittels Auslagerung sämtlicher PiGS-Anleihen kein Thema mehr ist. Während bei der WestLb jedoch nach wie vor in jedem Artikel von „Schieflage" redet, schlummern im Süden bei LbbW und bayernLb alle latenten Risiken weiter munter in den bilanzen. Man erinnere an den Hohn aus Stuttgart, als Herr Jaschinski noch vor rd. 2 Jahren einer (dringend notwendigen) Landesbankenkonsolidierung mit Verweis auf die eigene Stärke eine Absage erteilt hat. Hochmut kommt meistens vor dem Fall…
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Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise schrieb die Stuttgarter Zeitung, dass die LbbW Schrottanleihen im Wert von 94 Milliarden € habe!
Das ist das doppelte Haushaltsvolumen des Landes b-W. Vermutlich steht dieses gigantische Vermögen noch zum vollen Nominalwert in der bilanz. Hier lohnte es sich mal zu recherchieren liebes Handelsblatt.
Verluste der letzten Jahre: 5 Mia €, 2.1 Mia €, 1.4 Mia €. Allein mit diesem Geld hätte man S21 bauen können, egal ob man dafür ist oder nicht.
Mit billigem, staatlich gestütztem Geld staatlich geschützte Risikoanleihen zu kaufen, ist doch prima und eine simple (= Lb-kompatible) Methode, die bilanzen aufwerten. Spielverderber ist anscheinend die "langweilige" buchhaltung, die das Risiko dann doch mit reinrechnen (obwohl letztendlich die anderen Staaten natürlich die schützende Hand über die PiGS halten).
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