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Großbank: Credit Suisse: Schweizer Zahlenglück

Mit einem Gewinnsprung von 50 Prozent im dritten Quartal hat die Credit Suisse nicht nur Analysten, sondern auch sich selbst überrascht. Die Schweizer surfen auf der Marktwelle an die Spitze der Branche.

Die Credit Suisse Bank in Zürich. Quelle: dpa
Die Credit Suisse Bank in Zürich. Quelle: dpa

ZÜRICH. Der sonst überaus vorsichtige Konzernchef Brady Dougan hat seine übliche Zurückhaltung abgelegt und strotzt vor Selbstbewusstsein: Selbst wenn sich die Marktbedingungen wieder verschlechtern sollten, sagte er am Donnerstag, werde Credit Suisse weiter gute Ergebnisse einfahren. Dabei hat die Schweizer Großbank mit einem Quartalsgewinn von 2,35 Mrd. Franken und vor allem einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent bereits jetzt das Niveau des vergangenen Booms erreicht.

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Credit Suisse rückt mit dem guten Ergebnis zu der Spitzengruppe um Goldman Sachs und JP Morgan auf, die glimpflich durch die Finanzkrise gekommen ist und jetzt von den günstigen Marktbedingungen am stärksten profitiert. Die Einnahmen haben sich zwischen Juli und September auf knapp neun Mrd. Franken verdreifacht. Besonders krass ist der Vergleich zur UBS. Die Erzrivalin wird am 3. November vermutlich erneut rote Zahlen vorlegen und ist so sehr mit Altlasten befasst, dass sie kaum vom günstigen Marktumfeld profitiert.

Glaubt man den Analysten, dann sollte Credit Suisse seine Erfolge feiern, solange sie noch halten. "Investoren fragen sich, wie nachhaltig die Gewinne im Investment-Banking sind, wenn die angeschlagenen Wettbewerber in den Markt zurückkehren", schreibt Peter Thorne vom Brokerhaus Helvea in London. Die Börse scheint ähnliche Zweifel zu hegen. Zumal die Erträge im Investment-Banking um 16 Prozent auf rund fünf Mrd. Franken zurückgegangen sind. Wie zuvor bei der Deutschen Bank rutschte auch der Kurs der Credit Suisse ab und zwar um mehr als zwei Prozent.

Tatsächlich haben die Eidgenossen ihren Erfolg vor allem dem Investment-Banking zu verdanken. Ob beim Handel mit Devisen, Zinsprodukten oder selbst im Sekundärhandel mit US-Hypotheken - überall brummt das Geschäft. Die Investmentbank steuerte mit einen Reingewinn von 1,75 Mrd. Franken den Löwenanteil zum Konzernergebnis bei. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Ergebnisbeitrag der Privatbank. Die Eigenkapitalrendite im Investment-Banking kletterte auf 35 Prozent. Das ist ein Niveau, das die Branche zuletzt vor der Finanzkrise hatte.

Dougan beeilte sich denn auch, darauf hinzuweisen, dass die Credit Suisse heute ein Geschäftsmodell mit deutlich weniger Risikoeinsatz betreibt. "Wir gehen heute nur noch halb so viele Risiken ein wie vor anderthalb Jahren", sagte der CS-Chef. Als Beleg dafür wurden die risikogewichteten Aktiva - also die Kredit- und Marktrisiken in den Büchern - weiter auf nunmehr 137 Mrd. Franken abgebaut. Nicht mehr der Eigenhandel, sondern das sogenannte "flow business" für die Kunden steht heute im Mittelpunkt des Investment-Bankings. Die Höhe des Wertes, der an einem Tag vernichtet werden kann (Value at Risk) ist gegenüber dem Vorquartal um ein Viertel auf 94 Mio. Franken gesunken. Die Aussagekraft dieser Maßzahl ist aber umstritten, seit sie während der Finanzkrise weitgehend versagt hat. Auch im Firmenkundengeschäft fürchten die Eidgenossen keine größeren Kreditausfälle. Sie haben ihre Rückstellungen gesenkt.

Zufrieden können die Schweizer mit ihrem Private Banking sein. Zwar haben sich die Margen und damit auch der Spartengewinn verringert, aber der Credit Suisse fließen weiter neue Kundengelder zu. Insgesamt stiegen die Neugelder netto um 16,7 Mrd. Franken. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, wie stark das Ansehen Schweizer Banken durch den Streit um das Bankgeheimnis gelitten hat. Weit vor der Konkurrenz liegen die Eidgenossen auch mit ihrer Kernkapitalquote von 16,4 Prozent. Zum Vergleich: die Deutsche Bank hat gerade eine Marke von 11,7 Prozent gemeldet.

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