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Großbritannien: Regierung nimmt Banken an die Zügel

Die britische Regierung will ihren Banken harte Fesseln anlegen: Geplant sind zehn Prozent hartes Kernkapital sowie ein Schutzschild um die Spareinlagen. Die Institute müssen sich auf hohe Kosten einstellen.

Kunden nutzen die Geldautomaten der HSBC in London. Quelle: dpa
Kunden nutzen die Geldautomaten der HSBC in London. Quelle: dpa

LondonBritischen Banken sollen nach der Finanzkrise so enge Fesseln angelegt werden wie in kaum einem anderen Land. Finanzminister George Osborne stellte sich am Montag hinter die Empfehlungen einer von der Regierung beauftragten Expertenkommission, die Großbritannien vor weiteren kostspieligen Rettungsaktionen für Banken retten soll. Sie schlägt in ihrem Abschlussbericht einen „Schutzschild“ um die Spareinlagen vor, um das Filialgeschäft vom riskanteren Investmentbanking abzuschirmen. Eine formelle Abspaltung wird aber nicht verlangt. Zudem sollen die Institute mehr Kapital vorhalten als Banken in den meisten anderen Ländern. Umgesetzt werden soll die Reform bis zum Jahr 2019.

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Nach Schätzungen der Experten um den früheren Notenbanker John Vickers wird das die Branche im Jahr vor Steuern vier bis sieben Milliarden Pfund kosten. Mit der Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds hatten zwei der vier britischen Großbanken in der Krise vom Staat gerettet werden müssen. Wirtschaftsminister Vince Cable sagte dem Fernsehsender BBC: „Der Nutzen dieser Reform übersteigt die Kosten für die Banken bei weitem.“

RBS und Barclays sind nach Ansicht von Experten am stärksten von den Maßnahmen betroffen. Lloyds kommt glimpflich weg: Die Kommission ist von dem Vorschlag abgerückt, dass die größte britische Filialbank mehr als die ohnehin geplanten 632 Zweigstellen abgeben müsse. Die Töchter ausländischer Banken sind bei den Vorschlägen ausgeklammert.

Banken-Regulierung

Die Institute sollen ihr inländisches Privatkundengeschäft von 2019 an mit mindestens zehn Prozent hartem Kernkapital - Grundkapital und Gewinnrücklagen - unterlegen. Dazu sollen sieben bis zehn Prozent Eigenkapital etwa in Form von Anleihen kommen, die sich automatisch in Aktien umwandeln, wenn die Bank in Schieflage gerät und Verluste aufgefangen werden müssen. So weit geht bisher nur die Schweiz, die stark vom Wohl und Wehe der beiden Großbanken UBS und Credit Suisse abhängt. Weltweit geben die Aufseher künftig sieben Prozent hartes Kernkapital vor, für systemrelevante Banken sollen es bis zu 9,5 Prozent werden.

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