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Hedgefonds: Deutscher Bank droht bei BHF-Verkauf neue Hürde

Hedgefonds unter Führung des Investors Equilibria Capital fordern die Aufspaltung des BHF-Interessenten RHJ International. Der Verkauf der BHF-Bank zieht sich für die Deutsche Bank bereits seit Jahren hin.

Logo der BHF-Bank in Frankfurt. Der Interessent RHJI soll zerschlagen werden. Quelle: Reuters
Logo der BHF-Bank in Frankfurt. Der Interessent RHJI soll zerschlagen werden. Quelle: Reuters

Frankfurt/LondonDer Deutschen Bank droht beim Verkauf der BHF-Bank neues Ungemach. Hedgefonds unter Führung des Investors Equilibria Capital fordern die Aufspaltung des BHF-Interessenten RHJ International, den Stopp aller Zukäufe und die Ausschüttung von Kapital, wie sie am Dienstag mitteilten. Den geplanten Kauf der Frankfurter Traditionsbank bezeichnen sie als unausgereift und riskant. Die Gruppe, die nach eigenen Angaben rund vier Prozent an dem in Brüssel gelisteten Finanzinvestor hält, will ihre Forderungen auf der Hauptversammlung am 18. Juni durchsetzen. Auch wenn Experten die Erfolgsaussichten für gering halten, zeigt die Revolte, wie umstritten die strategische Ausrichtung des vom früheren Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer geführten Unternehmens ist.

Der Verkauf der mehr als 150 Jahre alten BHF-Bank zieht sich für die Deutsche Bank bereits seit vielen Jahren hin. Die Finanzaufsicht BaFin hatte anfänglich Zweifel an der Finanzkraft des Käufers RHJI geäußert, woraufhin dieser Co-Investoren wie den US-Vermögensverwalter Blackrock und den BMW-Aktionär Stefan Quandt an Bord holte. Mit diesen ist man sich seit September über den Verkauf für knapp 400 Millionen Euro einig, aber die BaFin hat noch kein grünes Licht gegeben. Der Behörde fehlen nach Informationen aus Finanzkreisen weiter Unterlagen, die sie zur Prüfung benötigt. Ob sie die Übernahme am Ende absegnet, steht in den Sternen. Ein Sprecher der Deutschen Bank betonte: „Wir sind weiter zuversichtlich, den Verkauf der BHF-Bank mit RHJI erfolgreich abzuschließen.“

Sal. Oppenheim: Aufstieg und Niedergang

  • 1789

    Der 17-jährige Salomon Oppenheim gründet in Bonn ein Kommissions- und Wechselhaus.

  • 1798

    Oppenheim verlegt den Sitz des Unternehmens nach Köln.

  • 1904

    Die erste Krise: Nach Fehlinvestitionen in der Elektroindustrie wird die Bank in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Disconto-Gesellschaft, damals die zweitgrößte deutsche Bank, steigt bei Oppenheim ein.

  • 1929

    Die Gründungsgesellschafter sind wieder Alleineigentümer.

  • 1938

    Die Bankiers müssen auf Druck der Nationalsozialisten das Institut umfirmieren in Pferdemenges & Co. Robert Pferdemenges war seit 1931 Teilhaber und entpuppte sich als Retter in der Not.

  • 1947

    Das Bankhaus erhält seinen ursprünglichen Namen zurück.

  • 1964

    Der Ururenkel des Gründers, Alfred Baron von Oppenheim, wird persönlich haftender Gesellschafter. Er baut die Vermögensverwaltung als zweite Säule neben dem Firmenkundengeschäft aus.

  • 1993

    Die Oppenheim-Esch-Holding wird gegründet.

  • 1999

    Der Bereich Firmenkredite wird zum Großteil aufgegeben.

  • 2005

    Sal. Oppenheim steigt mit der Übernahme der BHF-Bank zur größten unabhängigen Privatbank Europas auf.

  • 2008

    Sal. Oppenheim wird durch Kredite an die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz Großaktionär bei Arcandor. Die Pleite von Arcandor reißt Oppenheim in die Krise. Zudem fallen im Investment-Banking Verluste an.

  • 2009

    Matthias Graf von Krockow und Carl Janssen schließen den Einstieg eines externen Investors aus. Doch dann wird das Institut an die Deutsche Bank verkauft. Der Deal ist 2010 besiegelt. Die Tradition von 220 Jahren als eigenständiges Geldhaus sind vorbei.

RHJI gehört bereits die britische Privatbank Kleinwort Benson, die Fischer mit der auf reiche Privatkunden spezialisierten BHF zusammenführen will. Während die Tochter Kleinwort Benson schwarze Zahlen schreibt, steckt RHJI in der Verlustzone. Die Hedgefonds monieren, dass der Investor seit dem Börsengang 2005 rund 1,2 Milliarden Euro an Verlusten angehäuft habe. Zudem sei der Aktienkurs um rund 80 Prozent gefallen. Daher fordern sie auch Änderungen im Führungsgremium von RHJI. „Nach unserer Ansicht steht RHJI mit dem gegenwärtigen Management vor einer herausfordernden Zukunft“, erklärte Equilibria-Mitgründer Fabio Lopez Ceron. Mit ähnlichen Forderungen waren Fonds im vergangenen Jahr gescheitert, da große Investoren wie Blackrock hinter Fischers Strategie stehen.

Die BHF-Bank war der Deutschen Bank mit dem Kauf von Sal. Oppenheim zugefallen. Seither saniert das größte deutsche Geldhaus die zum Verkauf stehende Tochter. 400 Stellen fielen weg - zuletzt arbeiteten noch 1100 Mitarbeiter für die BHF. Im vergangenen Jahr schrieb sie wieder schwarze Zahlen.

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