
HB HANNOVER/BERLIN/MÜNCHEN. Die Maßnahme ist das Ergebnis einer Elefantenrunde, zu der am Montag die Landesbanken-Chefs in Berlin mit Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis und dem Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zusammengekommen sind. Das Gremium mit rund 50 Mitgliedern vertritt unter anderen 446 Sparkassen, sieben Landesbanken und zehn Landesbausparkassen.
Zuvor hatten bereits einzelne Landesbanken angekündigt, die Gelder verwenden zu wollen. Den Anfang machte am Sonntag die BayernLB. Daraufhin hatte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands noch gesagt, dass „Kollektivmaßnahmen für den gesamten Sektor nicht vorgesehen sind“.
Eine konzertierte Landesbanken-Aktion bringt den Vorteil, relativ günstig an Geld zu kommen, sagte ein Insider. Damit könnten auch Landesbanken profitieren, die den Schirm nicht brauchen. „Es macht sehr viel Sinn, bei den Garantien zusammenzuarbeiten“, sagte ein anderer Landesbanker. Eine gemeinsame Rekapitalisierung sei dagegen schwerer umsetzbar.
Auch die WestLB soll sich vertrauten Kreisen zufolge für eine gemeinsame Anspruchnahme des Rettungspaketes ausgesprochen haben. Den Informationen zufolge gibt es auch Widerstand gegen ein gemeinsames Vorgehen.
Die Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart hatte bekräftigt, keine Gelder aus dem Rettungsfonds in Anspruch nehmen zu wollen. Die LBBW ist Deutschlands größte Landesbank. Auch die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) muss nach den Worten von Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) nicht auf das Rettungspaket der Bundesregierung zurückgreifen. „Für die Nord/LB und ihre Töchter Bremer Landesbank und Deutsche Hypothekenbank gibt es derzeit keinen Grund, unter den Schirm des Rettungspakets zu schlüpfen“, sagte Möllring, Aufsichtsratsvorsitzender der Nord/LB.
Am Montagnachmittag trafen sich auch die Landesbanken-Chefs in Berlin mit Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis, um über das Rettungspaket zu beraten. Zusammen kommt der Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. In Kreisen der Institute hieß es, dabei werde es auch um eine mögliche gemeinsame Nutzung des Fonds gehen. Das Gremium mit rund 50 Mitgliedern vertritt unter anderen 446 Sparkassen, sieben Landesbanken und zehn Landesbausparkassen.