Schwarze Woche für Europas Banken

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Deutsche Bank nimmt Gewinnziel zurück

Auch hierzulande gab es schlechte Nachrichten: Wegen der europäischen Schuldenkrise gibt die Deutsche Bank ihr ehrgeiziges Gewinnziel auf. Der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann ging am Dienstag endgültig auf Distanz zu seinem großen Ziel, in diesem Jahr einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern im Kerngeschäft zu erreichen.

Diese Marke sei nach einem enttäuschenden dritten Quartal außer Reichweite, weil Besserung nicht in Sicht sei, räumte er auf einer Investorenkonferenz in London ein. Vor allem das Investment-Banking leidet unter der lähmenden Angst von Unternehmen und Anlegern vor der Pleite eines Euro-Landes. Im Kapitalmarktgeschäft sollen nun bis März 2012 weitere 500 Stellen abgebaut werden - allerdings vor allem im Ausland.

Außerdem hat die Deutsche Bank im dritten Quartal den gesamten Bestand an griechischen Staatsanleihen auf den Marktwert abgeschrieben, was derzeit einem Abschlag von gut 55 Prozent entspricht. Das führte beim größten deutschen Geldhaus zu Wertberichtigungen von 250 Millionen Euro. Analysten gehen davon aus, dass die Deutsche Bank damit klar Schiff machen wollte, um nicht jedes Quartal neue Belastungen hinnehmen zu müssen. Angesichts satter Gewinne im Kerngeschäft kann sich das Institut dies auch leisten, andere Häuser dürften da vorsichtiger sein. Die Deutsche Bank hält nun noch 900 Millionen Euro an Hellas-Bonds.

Dem Beispiel der Deutschen Bank dürften weitere Geldhäuser folgen. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Banken noch mal Wertberichtigungen verbuchen werden“, sagt Klaus-Peter Feld, Vorstandsmitglied beim Institut der Wirtschaftsprüfer. Dabei sei es durchaus denkbar, die Staatsanleihen - wie bei der Deutschen Bank - gleich auf den Marktwert abzuschreiben. „Das werden sicher einige Häuser tun“, betonte Bilanzexperte Feld.

Vorgeschrieben ist das eigentlich nur für die Papiere, die in den Handelsbüchern der Banken liegen - diese können jederzeit verkauft werden. Im so genannten Bankenbuch ist eine Wertberichtigung nur nötig, wenn man nicht mehr mit der vollen Rückzahlung der Anleihen rechnet.

Auch die Commerzbank signalisierte am Mittwoch weitere Wertberichtigungen auf ihr Griechenland-Portfolio. „Wir werden die Situation genau beobachten“, sagte der Finanzchef des zur Commerzbank gehörenden Staatsfinanzierers Eurohypo, Thomas Bley, in München. „Wenn es eine Veränderung gibt, werden wir weitere Abschreibungen vornehmen.“ Das zweitgrößte deutsche Geldhaus hielt Ende Juni noch 2,2 Milliarden Euro an griechischen Staatsanleihen.

Im zweiten Quartal haben die Banken europaweit mindestens 21 Prozent auf ihre Hellas-Bonds abgeschrieben. Das entspricht der Belastung, die mit der Beteiligung privater Gläubiger an dem neuen Hilfspaket für das hoch verschuldete Land einhergeht. Einige Institute haben nur das Minimum abgeschrieben, andere sind darüber hinaus gegangen. Die Banken beteiligen sich über den Umtausch und den Rückkauf griechischer Anleihen an dem Hilfspaket.

Italien

Laut Institut der Wirtschaftsprüfer ist noch nicht absehbar, in welchem Maße Banken im dritten Quartal auf Basis dieser Hilfsvereinbarung noch einmal über die Bücher müssen. „Die politische Gemengelage ist noch zu unübersichtlich“, sagt Feld. Es gebe noch kein rechtsverbindliches Umtauschangebot, auf das man sich beziehen könnte. Zudem hänge der genaue Abschreibungsbedarf auch an bestimmten Zinskonditionen für die griechischen Anleihen. Kurzum: Die konkrete Ausgestaltung des Pakets sei noch zu unklar. Angesichts der heftigen politischen Debatte in Europa ist fraglich, ob bis zur Vorlage der Quartalsbilanzen in einem Monat hier mehr Klarheit herrscht.

Italien traf es in dieser Woche besonders hart. Moody’s hat am Dienstag ihre Bewertung für italienische Staatsanleihen zurückgenommen. Die Einstufung werde von „Aa2“ auf „A2“ gesenkt bei einem negativen Ausblick. Zwölf Stunden mussten auch die Geldhäuser im Berlusconi Land mit einem Regen schlechterer Noten für ihre Bonität umgehen.

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  • 07.10.2011, 14:50 UhrAnonymer Benutzer: Lutz

    Die Menschheit muss aus meiner Sicht heute gleich in mehrfacher Hinsicht in einem zunehmend lebensbedrohlichen Dilemma befindet, welches nur durch einen grundlegenden Wertewandel aufzulösen sein wird. Dieser Wertewandel muss mit ebenso grundlegenden Veränderungen des Geld- und Finanzsystems einhergehen, damit dieser auch auf Dauer tragfähig gestaltet werden kann. Ferner muß dieser Wandel von den wohlhabenden Nationen der Ersten Welt ausgehen, die es wider besseren Wissens bis zum heutigen Tage versäumt haben ihren Ressourcen- verzehrenden Lebensstil zu korrigieren und an die natürlichen Gegebenheiten des Lebensraums Erde anzupassen.

    99 Prozent aller Tierarten hat die Evolution bereits rausgekickt.

  • 07.10.2011, 14:44 UhrAnonymer Benutzer: PikAs

    Kollaps bereits in Sicht! Wieviel Zeit haben wir noch, etwas Werthaltiges von unserem Geld zu kaufen? 1 Woche oder doch noch 1 Monat?

  • 07.10.2011, 14:37 UhrAnonymer Benutzer: Pittiplatsch

    Die Banken brauchen nicht zu den "Herren der Welt" zu mutieren, weil sie es schon immer waren.
    Und die geben halt vor, in welcher Form der Austausch von Dienstleitungen und Waren stattzufinden hat. In dem man nämlich ihre Papierwährungen leiht.
    Alles andere ist "undemokratisch".

    "Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte."
    Winston Churchill

    "Am Ausgang der dreißiger Jahre stand das System des Freien Welthandels, verkörpert durch seine Leitmacht USA, vor großen Herausforderungen durch autoritäre, wirtschaftlich erfolgreiche Machtblöcke. Noch bedrohlicher für die Verfechter der alten Ordnung war, dass man sogar in Gefahr war zu verlieren.
    Die Regierung des Dritten Reiches hatte sich vom Goldstandard gelöst und führte die "Arbeitswährung" ein. Dazu wurde mit 25 Staaten in aller Welt bilaterale Handelsabkommen auf Verrechnungsbasis abgeschlossen. Es entstand ein reiner Tauschhandel moderner deutscher Industrieerzeugnisse gegen benötigte Rohstoffe und Lebensmittel. Dollar und Pfund Sterling wurden weitgehend ausgehebelt, was die Eliten der Wall Street erheblich traf. Das deutsche System funktionierte bestens und es bestand die Gefahr, dass andere Länder dieses Vorgehen übernahmen. Für das Wohlergehen der US-Eliten musste verhindert werden, dass sich ein neues Handelssystem den globalen Weg bahne und den wirtschaftlichen Liberalismus wie eine Börsenblase platzen lasse...

    Aus "Unternehmen Patentraub" von Friedrich Georg

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