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Höhere Anforderungen: Neue Kapitalregeln belasten Banken

Strengere Eigenkapitalvorschriften dürften an den Gewinnen der Banken nagen und für weniger Kredite sorgen. Schon jetzt ist absehbar, dass sich viele Banken in den nächsten Jahren entweder frisches Eigenkapital beschaffen oder aber ihre Bilanz verkleinern müssen, um die Vorgaben zu erfüllen. Die ersten Experten haben nun Schätzungen vorgelegt, welche Folgen das haben kann.

Bankenviertel von Frankfurt: Einige deutsche Banken müssten nach den neuen Regeln beim Kernkapital draufsatteln. Quelle: dpa
Bankenviertel von Frankfurt: Einige deutsche Banken müssten nach den neuen Regeln beim Kernkapital draufsatteln. Quelle: dpa

FRANKFURT. Am Montag und Dienstag trifft sich der Baseler Ausschuss, ein Gremium aus Notenbankern und Aufsichtsbehörden aus 30 Staaten. Sie sollen sich auf gemeinsame Vorschläge einigen, wie die Bankenbranche durch strengere Eigenkapitalregeln und weniger Verschuldung krisenfester gemacht werden sollen. Zwei Punkte dürften besonders folgenreich werden: Die erforderliche Eigenkapitalquote, die derzeit bei vier Prozent liegt, dürfte auf acht Prozent steigen. Zudem ist eine noch nicht näher definierte Schuldenobergrenze im Gespräch.

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Kapitalbedarf von 90 Mrd. Euro

Der französische Broker Cheuvreux hat in einer Studie über 34 große europäische Banken geschätzt, was das konkret bedeutet. " Das wird die Profitabilität der Banken belasten, manche stärker, manche schwächer", sagt Cheuvreux-Bankanalyst Joachim Müller. Er geht davon aus, dass die Eigenkapitalrendite der Banken bis 2011 dadurch im Durchschnitt von 13,6 auf 11,3 Prozent sinken wird.

Außerdem reicht das Eigenkapital, das die Banken bislang vorhalten, nicht in allen Fällen aus. Denn die Eigenkapitalvorschriften werden vermutlich von vier auf acht Prozent erhöht. Hinzu kommt, dass die Kapitalvorschriften für bestimmte Vermögenswerte auch noch strenger werden. Beide Effekte gemeinsam dürften in Europa zu einem Kapitalbedarf von knapp 90 Mrd. Euro führen.

Alternativ müssten die Banken ihre Bilanzen schrumpfen lassen. Das aber würde ihre Kreditkapazität verringern. "Die Thesaurierung von Gewinnen wird gegenüber Dividendenausschüttungen zumindest kurzfristig an Bedeutung gewinnen, die Bilanzsummen dürften eher schrumpfen und wir werden auch weitere Kapitalerhöhungen sehen", sagt Müller.

In den Statistiken ganz vorne liegen dabei einige deutsche Banken, zumindest dann, wenn man berücksichtigt, dass einige Banken auch noch ihre Staatshilfen zurückzahlen müssen. Dann bräuchte zum Beispiel die Commerzbank 12,6 Mrd. Euro - das entspricht 44,9 Prozent ihres heutigen Kernkapitals, die Postbank bräuchte 1,6 Mrd. Euro oder 41,6 Prozent des Kernkapitals. Beide Banken finden sich damit europaweit in den Top 5. Das Kernkapital umfasst nur den besonders hochwertigen Teil des Eigenkapitals. Die Deutsche Bank käme bei dieser Betrachtung auch ohne Kapitalerhöhung aus. Sie könnte aber auch auf die Idee kommen, mehr als das gesetzliche Mindestmaß als Maßstab zu nehmen.

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