
BERLIN. In die Affäre um angeblich gefälschte Beweise, mit deren Hilfe ein New Yorker Manager der HSH Nordbank entlassen werden sollte, schaltet sich nun auch die Politik ein und fordert vom Aufsichtsrat um dessen Chef Hilmar Kopper rasches Handeln. "Wir verlangen eine möglichst schnelle und umfassende Aufklärung", sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU), der im Kabinett für die HSH verantwortlich ist, dem Handelsblatt. Die Finanzaufsicht BaFin prüft nach Informationen aus Finanzkreisen bereits Verstöße gegen das Aufsichtsrecht.
Hintergrund ist eine Untersuchung, derzufolge nach "Spiegel"-Informationen HSH-Manager dem früheren Leiter ihrer New Yorker Filiale kinderpornografisches Material untergeschoben haben sollen, um ihn loszuwerden. Eine Anwaltskanzlei hatte die Vorwürfe im Auftrag von Vorstand und Aufsichtsrat untersucht. Nun ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft in der Sache gegen verschiedene HSH-Manager, darunter auch gegen den Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher, wie die Bank bestätigte. Mit dem früheren Leiter der New Yorker Niederlassung hat sich die HSH inzwischen geeinigt. Er soll eine Abfindung bekommen haben.
Der Fall ist bereits die zweite unappetitliche Trennung von Spitzenpersonal bei der Bank binnen weniger Monate. Auch die Trennung von Vorstandsmitglied Frank Roth ging mit einer Spitzelaffäre einher.
Die ausufernden Affären der HSH Nordbank verlangen dem 75-jährigen Hilmar Kopper alles ab. Seit Sommer 2009 ist der ehemalige Deutschbanker Aufsichtsratschef der skandalumwitterten Landesbank. Eine seiner vornehmsten Aufgaben ist es seitdem, seinen Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher aus Schwierigkeiten herauszuhauen. Dahinter steckt die Überzeugung Koppers, dass nur mit dem Mathematikprofessor Nonnenmacher die Sanierung des weltgrößten Schiffsfinanzierers gelingen könne.
für uns Normalsterbliche bleibt nur die sehr bescheidene Hoffnung, dass irgendwann ein "Entscheidungsträger", einer der vielleicht nichts mehr zu verlieren hat oder aus welchem Grund auch immer, sein Gewissen entdeckt, sich auf eine bühne stellt und vor laufenden Kameras sagt - was Sache iss.
bis dahin, so scheint es, bleiben Korruption und betrug Tür und Tor weit geöffnet. Was an den Finanzmärkten die letzten zwanzig bis dreißig Jahre abgelaufen ist erscheint mir wie der größte, zumeist noch durch Gesetze legalsierte, betrug der Menschheitsgeschichte. Und jetzt machen alle auf Überrascht und keiner will´s gewesen sein. Man hat ja nicht mal genau gewusst was in den bösen Subprime-Paketen drin war - die man gekauft hat.
Übrig bleibt dann wahrscheinlich ein Sündenbock, dem vor lauter Abfindung jedes Wort im Halse stecken bleibt.
Das erinnert doch sehr an "des Kaisers neue Kleider".
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