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Immobilien: Deutsche Bank verzockt sich in Las Vegas

Die Spielerstadt Las Vegas bringt der Deutschen Bank kein Glück. Nach über einer halben Mrd. Euro an Abschreibungen auf das im Bau befindliche Cosmopolitan Casino im vergangenen Jahr muss sie jetzt wegen der Flaute in der Zockermetropole auch das Luxusresort Ritz-Carlton Lake Las Vegas schließen. Dabei ist die Bank eher unfreiwillig zum Eigentürmer geworden.

Auch in Las Vegas gewinnt die Bank nicht immer. Bestes Beispiel: die Deutsche Bank. Quelle: Reuters
Auch in Las Vegas gewinnt die Bank nicht immer. Bestes Beispiel: die Deutsche Bank. Quelle: Reuters

NEW YORK. „Die Wirtschaftskrise hatte einen signifikanten Einfluss auf den Hotelbetrieb“, sagte ein Sprecher und bestätigte damit Meldungen aus Las Vegas. Das Institut werde die Finanzierung des laufenden Betriebs einstellen und es am 2. Mai schließen. Erwartet wird, dass das Anwesen mit 350 Zimmern, in dem zu Hochzeiten Promis wie Liz Taylor und Michael Jackson abstiegen, verkauft wird. „Wir werden den Markt beobachten“, sagte der Banksprecher.

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Die Wirtschaftskrise hat Las Vegas voll getroffen. Die Belegungsquote der Hotels lag im vergangenen Winter zehn Prozent unter den Werten vor der Krise. Dabei spielt nicht nur eine große Rolle, dass viele US-Bürger einfach kein Geld mehr zum Zocken haben. Viele Firmen, die früher Mitarbeiterversammlungen in Las Vegas abhielten, bleiben weg. Sie fürchten negative Presse. Die Hoteliers der Stadt nennen dies den „AIG–Effekt“. Der Versicherer AIG war in die Kritik geraten, weil er 2008 kurz nach der Rettung des Konzerns durch Steuergelder Topmanager und Broker zu Mitarbeiterseminaren nach Las Vegas einlud. „Die Dämonisierung solcher Meetings hat uns schwer getroffen. Keine andere Stadt muss sich so dafür rechtfertigen“, sagte Ritz-Carlton-Sprecherin Vivian Deuschl.

In den Boomzeiten des US-Immobilienmarktes hatte sich die Deutsche Bank an der Finanzierung von mehreren Prestigeprojekten in Las Vegas beteiligt. Als die Blase platzte und den Initiatoren die Luft ausging, mutierte sie unfreiwillig vom Gläubiger zum Eigentümer. So übernahm sie im Februar 2008 für rund eine Mrd. Dollar das im Bau befindliche Cosmopolitan Casino am legendären „Strip“ von Investor Ian Bruce Eichner. Eine unglückliche Entscheidung. Nicht nur die rückläufigen Besucherzahlen in Las Vegas drücken den Wert des Rohbaus weiter. Im Winter lief das Gebäude zu allem Überfluss auch noch voll Wasser.

Nach Abschreibungen von 500 Mio. Euro im April 2009 folgte im vierten Quartal eine neuerliche Wertberichtigung um 75 Mio. Euro. Das Casino soll nun im Herbst 2010 fertiggestellt sein. „Es wird einer der letzten Neubauten in Las Vegas für eine ganze Weile sein und die neuen Gebäude ziehen gewöhnlich die meisten Besucher an“, demonstrierte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Stefan Krause kürzlich Zuversicht. Das mit rund einer Mrd. Euro in den Büchern stehende Objekt sei jetzt „fair bewertet“.

Aus der anstehenden Schließung des Ritz-Carlton erwartet das Institut Bank offenbar für 2010 keine weiteren Ergebnisbelastung mehr. „Die Bank hat 2009 bereits Rückstellungen gebildet“, sagte ein Sprecher.

Offen sind die Folgen aus dem Rückzug der Bank aus der Finanzierung des Casinos Fontainebleau. Investoren haben Klage gegen eingereicht. Sie werfen der Bank vor, sich eines Konkurrenten des Cosmopolitan Casinos entledigen zu wollen. Die Deutsche Bank äußerte sich dazu gestern nicht.

  • 11.02.2010, 14:54 UhrAnonymer Benutzer: Leertasche

    Prima! Damit hätte die größte deutsche bank schon mal ihren neuen Sitz für die zu propagierende Ausgliederung hoch risikobehafteter Finanzpapiere.
    Zur Einweihung dürfte selbst der amerikanische Präsident nicht nein sagen. Gratulation!

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