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Immobilienkrise: US-Banken drohen weitere Rückschläge

Der Boom von 2008 wird den Instituten noch lange Probleme bereiten. Denn trotz Milliardenabschreibungen wie bei der Bank of America ist die Immobilienkrise längst nicht ausgestanden. Nun ziehen unzählige private Anleger vor die Gerichte.

Die Langzeitfolgen der Immobilienkrise wirken noch nach. Quelle: dpa
Die Langzeitfolgen der Immobilienkrise wirken noch nach. Quelle: dpa

NEW YORK. Der Immobilienmarkt macht den US-Banken noch immer Probleme. Brian Moynihan, Chef der Bank of America, schätzt, dass noch weitere Abschreibungen auf sein Institut zukommen könnten. „Die Lage ist so verworren und unübersichtlich, dass man dazu keine Prognose abgeben kann“, sagte die selbstständige Bankenanalystin Meredith Withney.

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Zuletzt hatte die Bank of America 7,6 Milliarden Dollar wegen der Probleme auf dem Immobilienmarkt abschreiben müssen; insgesamt verbuchte sie einen Jahresverlust von 3,6 Milliarden Dollar. Der Hauptgrund dafür waren Verluste aus Rückkäufen von in Boomzeiten eilig zusammengeschusterten Hypothekenanleihen. Auch andere US-Banken fürchten die Langfristfolgen der Immobilienkrise. „Dieses Thema wird uns noch sehr lange verfolgen“, sagte JP Morgan-Chef Jamie Dimon.

Die meisten Institute werden durch Verluste aus Rückkäufen der Hypothekenanleihen aus dem Boom vor 2008 belastet. Konkret geht es darum, dass Investoren den Banken immer wieder nachweisen, dass die Dokumentation der Anleihen so fehlerhaft ist, dass Anleger sie zurückgeben können.

Verkauft wurden diese Papiere an zwei Investorengruppen: Die quasi-staatlichen US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae und private Anleger – vor allem Banken und Pensionsfonds. Während erstere bereits große Teile der Anleihen zurückgegeben haben, beginnen die privaten Investoren erst gerade mit Klagen. So bereiten nach Handelsblatt-Informationen auch die deutschen Landesbanken Klagen vor.

Bis Mitte Januar 2010 mussten die sieben größten US-Institute insgesamt 22 Milliarden Dollar an Verlusten aus Rückkäufen hinnehmen. Bank of America ist härter als andere betroffen, weil sie im Boom im Immobiliengeschäft größere Marktanteile hatte. Über die Gesamtbelastung gibt es aber sehr unterschiedliche Schätzungen. Matt O'Connor, Analyst der Deutschen Bank, etwa kalkuliert mit Verlusten von 27 bis 81 Milliarden Dollar.

Es gibt aber auch Lichtblicke: JP Morgan, die Nummer zwei des Landes, konnte dank der anziehenden Konjunktur ihre Milliardengewinne ausbauen. Wells Fargo, die viertgrößte US-Bank, erzielte sogar einen Rekordgewinn.

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